Donnerstag, 8. Juni 2017

Review: Suburra - 2015

Die Mafia plant in Ostia einem Vorort bei Rom, ein italienisches Las Vegas aufzubauen. Dafür braucht sie jedoch einen korrupten Politiker und von denen gibt es ja nicht zu wenige wie wir wissen! Es entsteht ein Machtspiel der Mafiafamilien um die Gebiete. Alte Mafiosi treffen auf die jungen Mafiosi von Heute und am Ende mischen da auch noch die Zigeuner mit, das alles stammt von den Gomorrha Machern. Handwerklich top und äusserst bildverliebt entfernt sich jedoch das Szenario von der realen greifbaren Kulisse eines Gomorrha Film, oder der grundsoliden TV Serie Romanzo Criminale. Diesmal setzt man mehr auf Optik (gerade die 17 Regenszenen sind bestens ausgeleuchtet) und verliert sich in Musikeinlagen von M83, die zu Beginn ziemlich gut funktionierten, am Ende jedoch einfach nur platt und kitschig abgenutzt rüber kommen.

Die Geschichte spielt während den Tagen als Ratzinger 2011 entschiedet hatte seinen Hut bzw. seine Tiara zu nehmen, dieser Handlungsstrang wird nur kurz aufgegriffen, jedoch wie so vieles Suburra nicht weiter ausgebaut.

Story hat gut Ansätze, erzeugt jedoch gewisse Längen, in denen man sich zu sehr auf das mechanische und technische des Films konzentriert - da gehen einige Figuren leider total verloren. So wird auch beim Finale plötzlich auf Gaspedal gedrückt, was mir schlichtweg zu einfach und zu schnell ging. Dafür fand ich die Darstellung der Beziehung der Mafia zum Vatikan sehr mutig, ansonsten hätte das doch etwas verruchter und dreckiger ausfallen können. Es wird zwar auf den Missmut wert gelegt, aber so richtig glaubwürdig schien mir der Plot nicht. Je länger der Film dauert desto mehr bedient er sich plakativen und reisserischen Mitteln, was sich gerade auf die zuvor aufgebaute Charakterisierung nachteilig auswirkt.

Der Cast ist souverän und beherrscht ihr Handwerk - sehr charismatisch. Das wirkt alles sehr gekonnt, jedoch filterte das Drehbuch keinen wirklichen Sympathieträger heraus. Da leider kein Gegenpol in Form eines Ermittlerteams zu dem organisierten Verbrechen entsteht, kommt die Handlung ohne Exekutive aus.  Gerade dieses Manko des Gut/Böse Kontrastes, killt so einiges an Spannung, erspart allerdings dem Zuschauer anstrengende und komplexe Handlungsstränge. Trotzdem schafft es der Film nicht an den wichtigen Stellen Druck zu erzeugen, so kommt es zu Längen.

Der Härtegrad zeigt einige derbe Szenen. Die Kamera hält allerdings nur bei der nackten Haut drauf. Für Sex und den eine oder anderen harten Kill, sei also gesorgt - alles im grünen Bereich wie es sich für einen Mafiafilm gehört. Klarer Tipp!

7/10 




Robert Hofmann reviewt den Trailer.

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