Donnerstag, 29. Juni 2017

Review: My Father Die - 2016

Der stumme Asher nimmt Rache an dem Tod seines Bruder, der vom eigenen Vater zu Tode geprügelt wurde. Regisseur Sean Brosnan nützt den Mississippi Background um ein recht schweres White Trash Revenge Drama in teils experimenteller Bildsprache und etwas sperriger Erzählstruktur darzustellen. Dazu stehen im ein solider Cast zu Verfügung, zusätzlich nützt ervetliche Schauplätze und abwechslungsreiche Sets, um ein agiles Familiendrama zu präsentieren. Alles in Begleitung philosophischer Back Voice des verstummten Bruder, der seine Bruder rächen will. Natürlich bedient sich der Film etlicher Redneck Klischees und setzt auch gezielt auf Farbenbvielfalt. Es entsteht ein populistischer, ästhetischer, aggressiver Mix, der es durchaus versteht eine Geschichte, um die an den Rand gedrängten Figuren zu charakterisieren.


Man trifft auf Menschen voller Hass und Liebe, fernab der urbanen Struktur. My Father Die ist ein brachiales Drama das mit konstruierter Gewalt und Sex zu provozieren weiss und mit dem Mut zur Andersartigkeit so herrlich weit weg vom Mainstream Kino ist.

Was erwartet den Zuschauer?
Eine White Trash Drama in philosophischer und teils andächtiger Bildästhetik, dass mit einigen harten und blutigen Szenen zu provozieren weiss. Alles immer am Rad der Zensur und genau richtig um nicht zu einem plakativen Intermezzo zu werden. Die deutsche Synchro geht gerade noch, aber die englische Tonspur wird empfohlen. Tolles Anti Mainstream Drama, mit dem Mut zu Provokation und erzeugt dabei einges an Eigenydnamik. Bravo!

7.5/10

Sammlung: Amaray ohne Extras.

Split Second - 1992



London im Jahr 2008. Aus der einst pulsierenden Hauptstadt wurde eine trostlose und von Umweltgiften heimgesuchte Stadt, in der die Ratten an Oberhand gewinnen. Ein Mörder treibt sein Unwesen, indem er seine Opfer scheinbar nach einem alten Voodoo-Ritual brutal umbringt und ihnen das Herz entfernt. Der Polizist Harley Stone (Rutger Hauer) und sein Partner (Neil Duncan) begeben sich auf die Jagd nach dem unmenschlichen Killer, der sich als nächstes Opfer anscheinend Stones Freundin (Kim Cattrall) ausgesucht hat …

Offizielle Inhaltsagabe

Montag, 26. Juni 2017

The VVitch: A New-England Folktale - 2015


Eine Volkssage aus Neuengland mit original Texten aus der damalige Zeit, dies alles wurde von Regisseur Robert Eggers in seinem Debutfilm zu einem ruhigen und bedrohlichen Pagan Horror Film zum Leben erweckt. The VVitch wird nicht jeder mögen, denn das eher misslungenes Drehbuch ohne ersichtlichen Plan und Auflösung verliert sich in der Spirale der stimmigen Sets. Die Ausstattung sowie Darsteller gehen in Ordnung. Besonders bedrohlich wirkt hier der Wald und die Gegend in der sich die Familie ihr Zuhause aufbaut. Der flache Spannungsbogen erzeugt leider einiges an Längen und die teils Desorientierung des Scripts konzentriert sich auf die Optik und überlässt der Kamera das Geschehen. Über Strecken kommt es zu keiner Handlung, zumindest nichts das am Ende relevant wäre.


Review: The Reef - 2010

Handlung
Fünf Freunde auf einem Bootstrip, der zur Hölle wird, als ihr Boot plötzlich kentert. Zwar können sich alle auf den Rumpf retten, aber damit ist die Gefahr noch nicht ausgestanden. In der Nähe sehen sie eine kleine Insel. Vier beschließen zur Insel zu schwimmen, um sich zu retten. Als sie im Wasser sind, bemerken sie, dass ihnen ein riesiger Hai folgt.
Quelle: kino zeit



Twin Peaks 3.04


Gestern hab ich die 4. Episode verköstigt und erneut bleibt bei mir ein unglaublich träge Bedrücktheit hängen. Cooper ist back, aber leider mit ihm auch Killer Bob, der das FBI und somit Gordon Cole an der Nase herumführt. Für einmal verzichtet Lynch auf diese Vorzimmerwelt sowie auf die subversive Bildgestaltung und konzentriert sich mehr auf den Plot. Dieser bleibt zäh und unvorhersehbar.

Ansonsten bin ich eher ein Binge-Watcher, jedoch möchte ich mir meinen ganz persönlichen Evergreen doch lieber in kleinen Portionen geben und jede Episode, Minute für Minute geniessen. Da Michael Ontkean keinen Bock mehr auf die Rolle von Sheriff Harry S. Truman hatte, finde ich hat man mit Robert Forster mehr als einen würdigen Ersatz gefunden. Auch das Wiedersehen mit Agent Dennis/Denise Bryson aka David Duchovny und Miguel Ferrer als Agent Albert Rosenfield hat bestens geklappt.

Freu mich schon auf den nächsten Sonntagabend, wenn erneut die Titelmelodie ertönt.

Samstag, 24. Juni 2017

Review: Laid to Rest - 2009

Von Regisseur Robert Hall hat man nach dem Fear Clinic Desaster aus dem Jahre 2014 nichts mehr gehört. Dabei ist ihm im Jahre 2009, mit dem harten Slasher Laid to Rest durchaus ein guter und blutiger Film gelungen. Bobbi Sue Luther (hat 2010 Robert Hall geheiratet) erwacht ohne Erinnerung und Identität in einem Sarg. Ab diesem Zeitpunkt beginnt ein Katz und Maus Spiel mit ihrem Verfolger ChromeSkull. Das Model Bobbi Sue Luther mit den Hammer Titten macht das wirklich sehr gut. Ihr ist es zu verdanken dass man über die restliche Amateurbesetzung hinweg sehen kann. Ansonsten laufen hier die typischen Slasher Handlungsstränge ab und besitz inhaltlich wenig überraschendes. Der Zuschauer ist zwar gespannt wie es um die Identität von Bobbi Sue steht und wird bis zum Ende auf die Folter gespannt. Ansonsten sind das die typischen Opferlämmer die sich im Filmkarussell dieses rabiaten Horror Slasher drehen.


Freitag, 23. Juni 2017

Review: Die Unglaubliche Geschichte des Mr. C - 1957

Man darf bei Jack Arnold`s The Incredible Shrinking Man, ruhig den Begriff Kult oder Klassiker des Phantastischen Kinos, gebrauchen. Die tragische Geschichte um Scott Carey, der schrumpft und schrumpft ist äusserst humorlos und wirkt fast schon schwermütig. Auch wenn das heute etwas knuffig erscheint, behält die Geschichte ihre latente Bedrohung aufrecht und fokusiert das Schicksal von Scott - der ziemlich erdrückend und suizidgefährdet von Grant Williams in Szene gesetzt wurde. Er verpasst der sonst schon tragisch und aussichtslosen Geschichte, nicht nur den körperlichen Verlust, sondern auch den psychischen Zusammenfall von Scott.



Die Story bleibt bis zur letzten Sekunde offen und schürt Hoffnung. Der Spannungsgrad wird gesteigert und zeigt neben Survival Action auch viel Emotionen. Gerade bei dem Aufeinandertreffen der Liliputanerin, erzeugt der Film eine durchdringende Tiefe, die viele modernen Produktionen stark vermissen lassen.

Die Action, wie der legendäre Fight gegen die Katze oder Jack Arnolds Lieblingsdarsteller - Die Tarantel, sind damals wie heute spektakulär inszeniert. Das eine oder andere mag heute plump wirken, hat jedoch nicht von seinem Charme eingebüsst. Schade nur das der der Fim an einigen Stellen zu wenig konsequent ist und sich zu sehr auf die Hauptfigur konzentriert um einige nette Effekte zu zeigen. Das war wir dann doch etwas zu viel Effekthascherei - da wäre weniger mehr gewesen und hätte der Aufbau von Nebenfiguren nicht geschadet.

Was erwartet den Zuschauer? Eine tieftrauriges Phantasie Drama mit teils selbstverliebten und endlosen Special Effekten und Taschenspielertricks. Alles im Charme und der Belanglosigkeit der 50er Jahre inszeniert. Das knuffige Teil funktioniert heute wie damals. Absoluter und gerechtfertigter Kultstatus.


9/10


Donnerstag, 22. Juni 2017

Wonder Woman - 2009

Auf der mystischen lnseI von Themyscira Iebt eine Rasse starker, junger Amazonenfrauen in einer utopischen Zivilisation, die von der korrupten WeIt der Männer abgeschottet ist. Doch ein Verrat innerhaIb der Schwesternschaft der Amazonen führt zur FIucht Ares, des Gottes des Krieges, und die Amazonenprinzessin Diana muss ihn wieder einfangen, bevor er weltweit Chaos und Zerstörung verursacht. Mit HiIfe des eingebiIdeten KampfpiIoten Steve Trevor folgt Diana Ares in die Vereinigten Staaten und in einen Kampf, wie ihn die Menschheit noch nie gesehen hat. (Offizielle Inhaltsangabe)





Die Wonder Woman Anime Jubiläumsedition aus dem Jahre 2009 ist wohl das beste Bespiel dafür wie man im Fahrwasser einer Big Budget Produktion, Altes neu aufkocht. Da im Moment WW an den Kinokassen Rekorde sprengt, hat man sich wohl gedacht,  hier den alten Kuchen  neu aufzuwärmen. Eigentlich mag ich sowas überhaupt nicht, aber bei dieser tollen Produktion mach ich gerne eine Ausnahme. Diana kämpft gegen den Kriegsgott und strandet dabei in New York. Zeichnerisch ist das grosses Anime Kino dass, mit wenigen CGI Effekten bei der Flug Action gespickt wurde. Das Tempo ist rasant und verliert auf Kosten der Bildgewalt, hin und wieder die Basisgeschichte aus dem Augen. Dafür kommen die Nebencharaktere mehr zum Zug - es entsteht eine Menge an Entwicklungspotential. Schade nur das einige Figuren sehr schnell ausgebaut werden. Von einigen Gastauftritten hätte ich gerne mehr gesehen.

Die Synchro von den US Stars wie Nathan Fillion wurden von deren hochkarätigen deutschen Synchronsprechern übernommen. Bei diesem sehr witzigen (aber nicht ulkigen) Anime, der für eine FSK 12, ziemlich viele Kills und Enthauptungen zeigt, kommen Freunde des Zeichentricks sowie Superhelden Fans, auf ihre Kosten. Es entsteht ein Film der durchaus in der Lage ist, mich erneut zum Kauf von Comics zu verleiten.

Was kann der Zuschauer erwarten? Starke temporeiche Action, kreative Martial Arts und eine düstere Story mit einem soliden Härtegrad. Ein tolles Vorspiel zur kommenden Real Wonder Woman Verfilmung.


8/10


Wonder Woman comic con trailer 2009 von theworldanimated

Montag, 19. Juni 2017

Review: Das Geheimnis des steinernen Monsters - 1957

Ein Monolith plumpst in die Wüste und bedroht das Westernstädtchen San Angelo. Der Monolith wächst und vermehrt sich und lässt die Menschen die sich ihm in den Weg stellen zu Steinen erstarren. The Monolith Monsters von John Sherwood, der nur drei Filme ablieferte, hängt etwas hinterher und kann sich mit den anderen Universal Monster Flicks nicht messen. Dazu fehlt ihm schlichtweg einfach das coole Monster. Ganz im Stil eines Kaijū , bekommt die einschläfernde Erzählstruktur ein Finale spendiert. Miniaturbauten und Slomo Aufnahmen der wachsenden Monolithen bilden hier den Höhepunkt, was die damaligen SFX hergaben. Mehr lag nicht drin! Das recyceln der Action Szene, macht den einen Effekt auch nicht besser und lässt das alles etwas abgenützt erscheinen.

Die Figuren bewegen sich zwar, aber leider nicht die Story. Das wirkt alles zu "steinern" und inhaltlich Bewegungsart. Der Film kommt nie in Fahrt und plätschert vor sich hin und bringt ungefähr soviel Abwechslung wie Regentropfenzählen. Da hätte ich mir eindeutig mehr Tempo oder die eine oder andere Überraschung gewünscht - bleibt leider aus. Es entstehen keine grosse Erinnerungsszenen wie aus bekannten Jack Arnold Filmen - somit bewegt sich der Film weit weg eines Kultfilms.

Was kann der Zuschauer erwarten? Strunzdoffe Subplots und ein theatralischer Soundtrack heben den 50er Monstermovie in ulkige Gefilde und lassen den Film nur für Freunde des schwarz/weiss Gruselmonsterfilms zum Sehgenuss werden. Für den Monsternostalgiker sehenswert, für das junge Publikum eine Ohrfeige. Der Film lebt von der charmanten Kulisse und der Wüstenstimmung. Der Cast ist austauschbar und erwecken keine Bindung.


4/10

Sammlung: Die Anolis BD im schwarzen Amaray, kann ich wegen der tollen Bildqualität empfehlen. Leider nur Trailer und Bildgalerie an Bord - ansonsten keine Extras.

Playlist Spotify zu Breaking Bad

Samstag, 17. Juni 2017

Review: Guardians - 2017


Die Guardians werden gerufen um einen mutierten verrückten Professor vor der Weltherrschaft zu stoppen. Traurig das man den ganzen 89minütigen Filminhalt, in einem Satz zusammenfassen kann! Denn ansonsten gibt es hier keine Subplots oder sonstige kreative Script Einfälle. Von einem charismatischen Cast der Erinnerung bleibt, wollen wir schon gar nicht reden. Der Zuschauer bekommt hier CGI Action am laufenden Bande. Nicht das, dass wirklich spektakulär wäre. Nein, das hat man schon unzählige male besser gesehen. Man bekommt den Eindruck, das Guardians aus nur rein wirtschaftlichen Gründen und im Fahrwasser der US Superhelden Filme, auf den Markt gebracht wurde. Denn ohne Scham bedient man sich an Figuren der Marvel und DC Universen. Das hat mich jetzt nicht wirklich gestört. Das einzige das wirklich stört, ist das durch den Mangel an Kreativität beim Drehbuch keine Spannung und Dynamik aufkommt - dadurch wird der Film zu einem anstrengenden und trägen Prozedere.

Was kann der Zuschauer erwarten? Seelenlose CGI Action am laufenden Bande, ohne packende Geschichte mit Verstrickungen und Sublines, oder einen spektakulären Cast. Was bleibt ist ein fast 90 Minütiges belanglos und unfreiwillig komisches Etwas, dem es schlichtweg an Filmmagie fehlt. Kann ja nicht sein das die Verwandlung eines Guardians vom Mensch zum Bären und der Knackarsch der Unisichtbaren die einzigen Höhepunkte sind!

Guardians ist der beste Beweis, dass Effektkino ohne Inhalt nicht funktioniert!

Sammlung: Das Steelbook von Capelight mit Prägungen ist optisch eine Wucht. Ebenso ist die Bildqualität sehr stark, dafür hängt das 5:1 ziemlich in den Seilen. Als Bonus gibt es Die Erschaffung der Guardians und Making Of Zeug.


3/10


Freitag, 16. Juni 2017

Review: The Horde - Die Jagd hat begonnen - 2016


Eine Gruppe jugendlicher Naturfotographen macht sich auf den Weg ins Grüne und stösst dabei auf ein Dorf  mit Mutanten. Zum Glück haben sie jedoch Ex SEAL Paul Logan dabei, der den Mutanten im Stil eines 80er Actioner die Scheisse aus dem Leib prügelt.

Der Asylum Regisseur Jared Cohn zelebriert hier eine Genrefilm, der von Logan geschrieben und produzieret wurde. Die ersten 40 Minuten sind seichte Romantik und gähnende Langeweile. Hier wären ein Subplot oder die eine oder andere Geheimniskrämerei nicht verkehrt gewesen. Stattdessen wird man mit dem üblen Schauspiel des Herrn Logan und debilen Dialogen drangsaliert. Das fand ich doch ziemlich erschöpfend!





Treffen die Hobby Naturfotografen erstmal auf die Mutanten, greift man dann zur temporeichen Dezimierung und gut ist. Hier wurden die zuvor ausgiebig konstruierten Nasen, sehr schnell und ohne grosses Aufsehen zu den Akten gelegt. Wenigstens sind die Kills recht blutig und solide getrickst. Für Freunde des gepflegten Splatters gibt es hier einige nette Szenen. Gespickt ist dieser Camper Backwood Slasher mit hirnrissiger plakativen 80er Action Posen. Es entsteht ein teils unterhaltender Mashup.

Der Cast ist schön unsoektakulär und punktet mit dem gepumpten Paul Logan. Ich weiss echt nicht was schlimmer ist, sein hölzernes Schauspiel oder sein eingeschränkter Kampfstil?
Dazu kommt dieser theatralische Score der bei der Action gewollt (hoffe ich jedenfalls) an die ausufernde Old School Luftlochschlägereien der damaligen Zeit erinnert.

Optisch ist das jedoch sehr gut ausgeleuchtet und hält trotz wackeliger Kamera drauf. Gerade das Licht fand ich lobenswert, da die zweite Hälfte des Films in der Nacht spielt.


Was erwartet den Zuschauer? Ein zu Beginn sperriger Low Budget Slasher/Torture/Actioner der nach der zweiten Hälfte an Fahrt gewinnt und mit netten Gore und Splatter sein Publikum zurück gewinnt. Wer ohne Erwartung in die hirnrissige Filmsause startet, wird nicht enttäuscht werden. Auch wenn der Film nichts Neues zeigt, bleibt das Billigunterhaltung auf hohem Niveau.


6/10

Sammlung: Das limitierte Mediabook von Pierrot 1358/3666 mit schicken Poster und Making Of.

Donnerstag, 15. Juni 2017

Review: Versus - 2016

Mix Martia Arts Fighter Victor Stroev aka Russian Hammer scharrt nach dem gewonnenen Halbfinale die alte Schulliebe und Freundin des Jungmafiosi Shark an. Bei einer Auseinandersetzung erleidet der russische Hammer eine Kopfverletzung. Somit steht das Finale gegen den Amerikaner Taifun auf dem Spiel. Was recht ordentlich und dynamisch anfängt und als Sportlerdrama beginnt, wird leider nach und nach zu einer Beziehungskiste in der der Patriot um seine alte Liebe scharrt. Fights und Trainings oder Keilereinen abseits des Rings gibt es kaum. Dafür orientiert sich die Dynamik zwischendurch auf Car Action und verliert dabei nie die Beziehungskiste aus den Augen.



Optisch und handwerklich geht das in Ordnung. Da braucht sich die russische Produktion, vor seinen westlichen Artverwandten nicht zuverstecken. Auch der Cast mit der schönen 39jährigen Oksana Akinshina und Anton Shagin als Mafia Arschloch geht klar. Etwas eingeschränkter wirkt da die Hautbesetzung Aleksey Chadov. Ihm ist es nicht vergönnt den Film auf seine Schultern zu tragen und wird allzu oft vom Script alleine gelassen. Sein Filmcharakter wirkt löcherig und sein Schauspiel zu abgeklärt um hier noch was zu reisen - das war mir zu glatt und zu organisiert.

Was kann der Zuschauer erwarten? Fight Drama mit wenigen Fights, dafür mit viel Romantik. Ein toller hochgestylter Look mit viel Tohuwabohu, lässt diese russische Produktion richtig gut aussehen. Leider kommt es zu einigen emotionalen Längen und somit hätte die 111 Minuten ganz gut gestrafft werden können. Wenn man bedenkt dass es in dieser Spielfilmlänge lediglich zu zwei Fights kommt, ist das im Schnitt für eine Sportdrama Movie eindeutig zu wenig. Auch wenn es an der Body Action fehlt, kommen dafür die Romantiker auf ihre Kosten.


6/10

Sammlung: Die Koch Amaray ohne Extras, jedoch in bester Bild und Ton Qualität.Starke deutsche Synchro.






Review: Der Würger - 1939


Kennt ihr Dir toten Augen von London aus dem Jahre 1961? Das war ja schon ein ziemlich geiler Edgar Wallace, aber die Verfilmung aus dem Jahre 1939, mit Bela Lugosi ist um einiges spektakulärer. Setzte die deutsche Version auf Charme, Stimmung und Atmosphäre, steht der britischen Version doch eher die Story am Herzen. Der Basis der Buchvorlage The Dark Eyes of London um die Blindenwerkstatt und Klinik bleibt man natürlich treu. Nur wirkt hier Bela Lugosi als Dr. Orloff als Versicherungsbetrüger und Organisator um die Geheimnisse der Klinik, als dreh und Angelpunkt. Der Film wurde in 11 Tagen abgedreht und wirkt gerade dadurch sehr rau und schwermütig.

Dienstag, 13. Juni 2017

Review: Swiss Army Man - 2016

Mondo Poster

Swiss Army Man, ist kontrovers, grotesk, exzentrisch aber auch zugleich liebevoll und warmherzig. In der alltäglichen Filmbrühe die sich stetig an den selben Mustern vergreifen wird Swiss Army Man zu einer gelungen Abwechslung. Es wird viel mit versteckter Symbolik gearbeitet. Denn zwischen Peniswitzen, Flatulenz und Masturbationsdiskussionen findet der Film seine tieftraurigen Momente in der Trauma Bewältigung eines einsamen Menschen.

Das Zusammenspiel zwischen dem talentierten Daniel Radcliffe und Paul Dano funktioniert bestens. Das Kammerspiel entwickelt sich, wobei hier gerade durch die Ruhe sehr viel am kompakten Szenen entsteht, die durch die zuvor hirnrissigen Szenarien an Gewicht gewinnen. Allerdings setzt der Soundtrack von Andy Hull Robert McDowell die wahren emotionalen Momente. Wo die Dialoge bzw. Monologe etwas sperrig daher kommen, setzt das Score und die Songs die wahren Glanzpunkte.


Was kann der Zuschauer erwarten? Ein handwerklich top choreographierter und würdiger Sundance Filmfestival Gewinner, der sich einer einmaligen Erzählstruktur bedient, die nicht Jedermanns Ding sein wird, jedoch seinen ganz eigenen Weg geht. Der Humor ist drüber und wird gekonnt in den traurigen Stellen des Filme gekonnt neutralisiert. Somit findet der Zuschauer immer wieder zurück zur elementaren Dingen der Einsamkeit - dem Grundthema des Films. Wer sich auf dies Drama Comedy, Abseits des rationalen Filmeinheitsbrei einlässt, wird einen äusserst unterhaltsamen Film zusehen bekommen.

Leider zeigt der Trailer mal wieder fast alle One Liner und Gag Höhepunkte und legt einen Spoiler nach dem andern aufs Parket - Schande!!!


Sammlung: Die Amaray von Ascor die wie es sich gehört speziell für den Schweizer Markt veröffentlicht wurde. Zusatzmaterial setzt sich aus Begrüssung und Interview (leider ohne deutsche Subs) von Radcliff zusammen. Noch liebloser kann man eine BD wohl kaum ausstatten.
Film des Monats

8,5/10

Montag, 12. Juni 2017

Review: Cutie Honey: Tears - 2016

Vergleiche zu den Kult Mangas aus den frühen 70er und die später daraus entstandenen Animes, kann ich nicht ziehen, da ich die schlichtweg nichtgesehen habe. Ich mag jedoch die Geschichte um die künstliche Intelligenz, die mit einer Giftwolke, das in Ebenen unterteilte Tokyo, platt machen will. Nur Cutie Honey der Android mit Gefühlen, besitzt die Superkräfte um sich gegen die Obrigkeit zustellen.

Das Szenario mit den Regenszenen und der Nudelsuppe Streetfood Performance erinnert stark an die Blade Runner Einflüsse. Auch wenn der Look heller und glatter ist als bei Philip K. Dick erinnerte mich das doch einigemale an dessen Vorlage.
Natürlich ohne dessen Qualitäten zu erreichen, dafür ist Cutie Honey zu emotionsgeschwängert und verliert sich im Pathos, der selbst auferlegten Schubladisierung.



Story um die Umweltverschmutzung ist ja nicht wirklich neu, aber kann sich durchaus sehen lassen, auch wenn grössere Überraschungen ausbleiben. Denn dafür fehlt dem Script schlichtweg interessante Figuren und Wendungen. Da kommen kaum brauchbare Nebencharaktere und somit schwelgt man in den klassischen Gefühlsduseleien.

Story ist ganz brauchbar schafft aber trotz 93minütiger Runtime einges an schläfrigen Szenen, gerade dann wenn Cutie Honey wieder einmal entschliesst, in sich zugehen und ihren Emotionen Ausdruck zuverleihen. Dafür stimmt das ganze CGI und die Stadtarchitektur. Hier entstehen wunderschöne urbane Bildlandschaften - ob Panorama oder Ghettoeindrücke hier gibt`s was für`s Auge. Leider verhält es sich bei dem Interieur und den Kostümen etwas anders, das sieht teils richtig billig bis trashig aus - da ging das Budget wohl für den Rechner drauf.

Was kann der Zuschauer erwarten? Top CGI, schlappes Interieur, peinliche handgemachte Androiden, in einer Story um ein umweltverschmutztes Japan, Ende des 21. Jahrhundert, dass nicht wirklich viel Spannung erzeugt, dafür aber mit einiger Kicking Babes Action aufwartet. Der Cast brilliert auch nicht wirklich und fährt das japanisch klassische Over Acting auf.

Otakus greifen zu! Sci Fy Freunde können einen Blick riskieren. Alle anderen sollten sich was anderes ansehen.


5/10

Sammlung: Die splendid BD Amaray ohne Extras. 08:15 ohne Erinnerungseffekt.


Review: Circus der Vampire - 1972

Der 1972er gehört mit Sicherheit zu einer der besseren Verfilmungen der damaligen Hammer Zeitepoche. Der Film ist atmosphärisch dicht und besitzt eine prachtvoll Melange aus Farbe, Bild, und Akustik. Die Story um den Wanderzirkus der Vampire ist gelungen und schafft Dank dem überzeugenden Settings der Farnwälder ein theatralische Grusel Atmo.

Eine schier unendliche surreale Reflektion wird von Newcomer Robert Young verfilmt. Der Frischling zeigt uns sein Können und weiss zu provozieren. Bereits zu Beginn wird um den Grafen Mitterhouse und dessen Mätressen, auf der Erotikschiene gefahren. Als dann noch eine Kindstötung hinzukommt, wurde schnell klar, dass der Film in den USA auf taube Ohren stossen würde. In der Tat blieb der Überseeerfolg aus. Die berühmte Pinewood Studio Atmo zieht bei Circus der Vampire eine konstante Bedrohung um die Vampire auf.

Der Film setzt mit seiner eigenen Bildsprache einen kleinen Meilenstein in Sachen Hammer Vampire. Denn hier wird der Blutsauger nicht als mystische Figur gezeigt, sondern als wahre Bedrohung. Eine der der letzten Vampire Filme der Hammer Vampire Dekade ist mit seiner Bilderflut auch heute noch salonfähig und einer meiner absoluten Vampir Favoriten.

Die Hammerfilme war nach den Universal Monstern meine zweite Begegnung mit dem Horror Genre. 1972 war die Schreckensherrschaft der Hammer Studios mit ihrem gotischen Look und Gänsehautstreifen bereits bis aufs Blut ausgesaugt. Aber Totgesagte leben länger und Vampire sowieso. Mit Circus der Vampire hauen sie da nochmal ein richtiger Brett raus. Viel Sex, einiges an Splatter und eine surreales Fluidum lassen diesen späten Hammer zu einer wahren Augenweide werden. Für einmal setzt man nicht auf berühmte Namen und die üblichen Verdächtigen hinter der Kamera, sondern holt sich frisches Blut rein. Robert Young debütiert mit Circus der Vampire und bringt einen Zirkus ins Dorf, der neben authentischen Akrobaten auch Vampire mitbringt. Diese wollen sich an den Dorfbewohnern rächen da sie ihren Verbündeten und Verwandten Graf Mitterhouse Jahre zuvor gekillt haben.

Young macht hier vieles richtig und lässt den Hammer Vampirfilm nochmals kurz aufatmen, bevor man sich dann 1974 praktisch ganz von dem Vampirfilm verabschiedet hat. Der unverbrauchte Cast macht sein Handwerk recht gut und agiert auch nicht ganz so drüber, wie man dass sonst so von diesen Theater Horrorfilmen kennt. Robert Tayman gibt einen grandiosen bedrohlichen Grafen ab. Die Spannung bleibt aufrecht, da der Zuschauer um die Bedrohung des schrägen Zirkus weiss.

Was erwartet den Zuschauer? Nackte Haut, guten plumpen Splatter und eine surrealen Zirkus mit Gestaltwandlern, Vampiren, Bodypainting Artisten mit lasziver Performance und die übliche Pinewood Studio Sets, gespickt mit schönen Farnwäldern.
Eine Melange des Schreckens, der bei keinem Gruselnostalgiker fehlen darf.
Die BBFC erhöhte damals erst kurz die 16er auf eine 18er Freigabe. Somit konnte man sich hier regelrecht austoben. Somit macht der Film immens Laune und wird bei mir als einer der besten Hammer Produktionen gehandelt.


8.5/10

Sammlung: Das BD Amaray von Koch mit ausführlichem Booklet ist eine Wucht. Bild und Ton sind in bester Quali.

Sonntag, 11. Juni 2017

Review: American Guinea Pig: Bloodshock - 2015

American Guinea Pig: Bouquet of Guts and Gore von Stephen Biro fand ich jetzt nicht so der Burner. Diese Gummi Effekte von Marcus Koch konnten mich nicht recht überzeugen. Beim zweiten Teil sollte nun alles anders werden und Koch führte gleich selbst Regie. Ein Mann - herrlich gespielt von Dan Ellis, findet sich zu medizinischen Experimenten bzw. Folterungen in einem Raum wieder. Hier bekommt der Zuschauer die üblichen Torture Porn Verstümmelungen geboten. Diesmal jedoch alles in schwarz/weiss, was der Parade einen durchaus dreckigen Arthaus Look verpasst. Nur das derbe Finale wurde in Farbe präsentiert. Laut Koch könnte man hier noch mit den Jahren einem längeren Cut in Farbe nachreichen - Human Centipede 2 lässt grüssen! Würde ich mir dann jedoch ersparen, da ich nicht so drauf stehe, wenn man den Konsumenten und Sammler zweimal melkt.



Ansonsten gibt das hier nicht viel Erwähnenswertes, abgesehen dass man hinter dem Mantel der anspruchsvollen Kunst und des schleierhaften Subtextes des Sado Masochismus, einen Gore Film präsentiert, der mehr an Operationsfilme erinnert, statt an einen Gorefilm. Die Effekte kann man nicht wirklich beurteilen, da alles beim Schnitt in s/w Optik versetzt wurde.


Alles ziemlich gähnend und sperrig, jedoch stimmig und düster gemacht, überzeugt bei mir jedoch nur das wirklich gute Finale. Hier wird richtig fett aufgetragen und lenkt den Film sowie die Protagonisten in eine andere Bahn - stark!

Ich fand den zweiten Teil um einiges attraktiver aber ne richtige Granate war das auch nicht. Aber was will man, der Markt gibt zur Zeit aus dieser Filmecke nicht wirklich was brauchbares her! Da nimmt man was man kriegt. Wer auf subversives Torture Kino, das in einem Arthouse Look daher kommt steht, wird hier seine Freude haben.




6/10

Sammlung: Das Mediabook mit Extra Disc und gedruckten Interview mit dem Regisseur. Cover B Limited Editon 401/500


Chromatics - Shadow



Weiter geht es mit dem Twin Peaks Fieber. Chromatics brauchen sich nicht vor Julee Cruise zu verstecken und liefern bei der zweiten Episode der dritten Staffel einen Kult Performance ab.

The Cactus Blossoms - Mississippi



David Lynch hat ein gutes Händchen für seine Sountracks. Hier beenden The Cactus Blossoms mit Mississippi, die 3 Epsidoe der 3 Staffel.

Trouble - Snake Eyes



Beste Empfehlung und fügt sich bestens in den Twin Peaks Soundtrack ein.

Samstag, 10. Juni 2017

Death Squad - 1987

Irgendeine Lynda Aldon mit geilen Titten und straffen Muskeln, spielt hier die Hauptrollen in diesem ulkigen Girls with Guns Söldner Movie aus den späten 80er. 12 totgeweihte Woman in Prison werden zu Söldnerinnen rekrutiert und sollen einem ehemaligen Agenten, der zur Gengenseite gewechselt ist, killen. Mit Camouflage Hotpans und steifen Nippel macht man sich auf den WG ins Camp (Baustellenset) der Bösen.

Die Sets der Outdoorszenen (95%) sehen leider nach billiger Kieswerk Action aus. Dafür wurden die Ballereien recht ordentlich inszeniert - teils recht blutig, wenn auch hier eingemale recycelt wurde. Die Bunnys sind erste Sahne und bestens durchtrainiert und eine Genuss für jeden der auf geile 80er Vitage Bunnys steht,



Totaler Indie Kracher der sich besten in die Trash Collection einreiht. Freunde von 80er Filmlfausen machen hier alles richtig und bekommen einen schlüpfrigen Baller Film, mit harten Kills (Messer in die Genitalien, Garrotte, Erschiessungen ohne Ende) jedoch ohne Nacktszene, geboten. Deutlich beeinflusst vom Mikro Budget und den Exploitation Kino der späten 70er kreiert sich der Film, seinen eigenen Stil - Toller Party Unsinn Movie!

6/10 Genrepunkte


Sammlung: Die kleine Hartbox von X-Cells Nr. 16. Bild und Ton sind überm Durchschnitt und die deutsche Synchro auf dem damaligen hohen Niveau. Leider ohne erwähnenswerte Extras.

Musik: Tricky - The Only Way



Schön das es diese Art von Musik noch gibt. Neuwertiger Trip Hip ist leider recht selten zu finden. Da gibt der Markt kaum noch was her. Umso schöner, das der Meister aus Bristol seinen Weg zurück gefunden hat. (via)

Musik: Ice Cube - Good Cop Bad Cop



Sein ewiger Hass wird die der alte gute Ice Cube, noch in sein Grab mit nehmen. Erneut verarbeitet er sein Trauma in einem musikalsichen Ausdruckmittels.

Freitag, 9. Juni 2017

Serien: Twin Peaks 3.03


Cooper ist immer noch in der Vorraum gefangen und folgt einer Dame ohne Augen durch die groteske Welt. der Zuschauer ahnt jedoch das, dies alles dazu dient um Cooper der Weg hinaus zu weisen....

Hatten die beiden ersten Folgen noch so etwas ähnliches wie konsumtaugliche Attitüden, verliert sich Lynch hier in seiner grotesken konfusen Zwischenwelt und verabschiedet sich von jeglichem konventionellen Erzählelement. Daraus ergibt sich eine schier durchgeknallte Welt die dem Zuschauer so ziemlich alles abverlangt. Wer auf subversives und andersartiges Heimkino steht, kommt hier auf seine Kosten, alle andere werden spätestens nach 15 Minuten den Vorspulfaumen betätigen. Ich muss gestehen, wenn ich das nun ganz objektiv betrachte und meinen subjektiven Twin Peaks Bonus weglasse, bleibt da echt nichts mehr von der ersten Twin Peaks Staffel hängen. Lynch zerstört den Charme seiner vorangegangen Arbeit und bedient sich neuer abstruser Erzählelemente. Ob das bei Alten Zuschauer funktioniert ist allerdings fragwürdig? Da gerade der Look und die Ambiente um Twin Peaks die Serie ausmachte und von dem war bislang nichts zusehen. Für das jüngere TV Publikum wirkt das zu anstrengend, zu verderht, zu unverdaulich. Wenn sich Lynch nicht bald schon zurück zu alten Stärken besinnt, wird sich immens auf die Zuschauerzahlen auswirken. Selbst ich als Eingefleischter hatte bei dieser Episode so meine Mühe. Aber auch wenn das auf den Zuschauer über Strecken eher wie eine bildverliebte Achterbahn wirkt, verliert sich hinter Der Regisseur hinter diesem Vorhang in seinen inhaltlichen Details die am Ende hoffentlich ein grosses ganzes ergeben.



Donnerstag, 8. Juni 2017

Review: Suburra - 2015

Die Mafia plant in Ostia einem Vorort bei Rom, ein italienisches Las Vegas aufzubauen. Dafür braucht sie jedoch einen korrupten Politiker und von denen gibt es ja nicht zu wenige wie wir wissen! Es entsteht ein Machtspiel der Mafiafamilien um die Gebiete. Alte Mafiosi treffen auf die jungen Mafiosi von Heute und am Ende mischen da auch noch die Zigeuner mit, das alles stammt von den Gomorrha Machern. Handwerklich top und äusserst bildverliebt entfernt sich jedoch das Szenario von der realen greifbaren Kulisse eines Gomorrha Film, oder der grundsoliden TV Serie Romanzo Criminale. Diesmal setzt man mehr auf Optik (gerade die 17 Regenszenen sind bestens ausgeleuchtet) und verliert sich in Musikeinlagen von M83, die zu Beginn ziemlich gut funktionierten, am Ende jedoch einfach nur platt und kitschig abgenutzt rüber kommen.

Die Geschichte spielt während den Tagen als Ratzinger 2011 entschiedet hatte seinen Hut bzw. seine Tiara zu nehmen, dieser Handlungsstrang wird nur kurz aufgegriffen, jedoch wie so vieles Suburra nicht weiter ausgebaut.

Story hat gut Ansätze, erzeugt jedoch gewisse Längen, in denen man sich zu sehr auf das mechanische und technische des Films konzentriert - da gehen einige Figuren leider total verloren. So wird auch beim Finale plötzlich auf Gaspedal gedrückt, was mir schlichtweg zu einfach und zu schnell ging. Dafür fand ich die Darstellung der Beziehung der Mafia zum Vatikan sehr mutig, ansonsten hätte das doch etwas verruchter und dreckiger ausfallen können. Es wird zwar auf den Missmut wert gelegt, aber so richtig glaubwürdig schien mir der Plot nicht. Je länger der Film dauert desto mehr bedient er sich plakativen und reisserischen Mitteln, was sich gerade auf die zuvor aufgebaute Charakterisierung nachteilig auswirkt.

Der Cast ist souverän und beherrscht ihr Handwerk - sehr charismatisch. Das wirkt alles sehr gekonnt, jedoch filterte das Drehbuch keinen wirklichen Sympathieträger heraus. Da leider kein Gegenpol in Form eines Ermittlerteams zu dem organisierten Verbrechen entsteht, kommt die Handlung ohne Exekutive aus.  Gerade dieses Manko des Gut/Böse Kontrastes, killt so einiges an Spannung, erspart allerdings dem Zuschauer anstrengende und komplexe Handlungsstränge. Trotzdem schafft es der Film nicht an den wichtigen Stellen Druck zu erzeugen, so kommt es zu Längen.

Der Härtegrad zeigt einige derbe Szenen. Die Kamera hält allerdings nur bei der nackten Haut drauf. Für Sex und den eine oder anderen harten Kill, sei also gesorgt - alles im grünen Bereich wie es sich für einen Mafiafilm gehört. Klarer Tipp!

7/10 




Robert Hofmann reviewt den Trailer.

Dienstag, 6. Juni 2017

Serien: Twin Peaks 3.01

Nach dir Sichtung der zweiten Episode, bin ich immer noch durch den Wind. Hier bekommt man David Lynch in seiner vollen Bildgewalt zu spüren. Der Meister tobt sich hier aus und gibt sich erst gar keine Mühe ein Produkt für die Masse zu kreieren! Besonders die Szenen im Warteraum mit roten Vorhängen, in dem Agent Cooper immer noch gefangen ist, war ziemlich strange. Hier kommt es zu dem Wiedersehen mit Sheryl Lee - toll! Lynch zeigt hier einen schrägen extradimensionalen Ort, der teils provokativ, aber auch teils unfreiwillig komisch wirkt.

Draussen stösst Las Vegas als neuer Standort hinzu und es kommt bereits zur berüchtigten Barsong Szene, die in der ersten Staffel noch von Julee Cruise gesungen wurde. Damals fand ich das Gänsehuat und unschlagbar. 107 nehmen Chromatics mit Shadow ihren Platz ein und setzten meines Erachtens noch einen drauf und ich bin echt ein grosser Julee Cruise Fan und hab all ihre Alben - aber das war ganz grosses Kino.

Ich bin auch nach Episode hin und weg und verliere mich in der Welt von Twin Peaks und freu mich auf die dritte Episode. Mal gucken was sich Lynch hier noch einfallen lässt. Grotesk!

Montag, 5. Juni 2017

News: Trailer zu Revolt



Kommt ganz oben auf die Liste!

Review: Serien - The Walking Dead 6 Uncut

Schlechtes Wetter hat auch so seine guten Seiten. Ich hatte übers Wochenende mal wieder Zeit mich TWD zu widmen. Nachdem ich bei der Kolumne einer Hippiebraut bei der Zeitschrift Geek, ordentlich in nen Spoiler gelaufen bin, hatte ich erstmal keine Lust mehr mich um die Materie um die Untoten zu kümmern. Eigentlich hänge ich da nur bei TWD rum, weil Greg Nicotero die besten Zombies der Filmgeschichte kreiert. Da sieht Tom Savini aus wie Hobbybastler - unschlagbar! So nun kurz zur Staffel 6. Die Gang hängt immer noch in Alexandria rum und haben natürlich auch ihre sozialen Problem, der ein will töten, der andere nicht - es kommt zu Spannungen. Die Bedrohung in Form der Wölfe (durchgeknallte Köpfe die allen ans Leder wollen) ist abgewannt, da taucht auch schon ein anderer Name auf: Negan!!


Splinter - 2008


Ein Camper Pärchen trifft auf ein Pärchen auf der Flucht. An einer Tankstelle bekommen machen sie Bekanntschaft mit einem stacheligen Parasiten, der die als Wirt in Anspruch nehmen will - es kommt zu einem erbitterten und blutigen Kampf. Die ganze Kohle steckte man bei diesem Creature Horror, für einmal wirklich in die Creature und nicht in den Cast oder sonstigen Mumpitz. Dafür bekommt der Fan, aufwendige handgemachte Kreaturen. Ebenso wird`s einigemale wirklich hässlich und der Splatter und Gore Gehalt wird hochgeschraubt. Es entsteht ein grundsolider teils spannender Horrorfilm, der mit Stimmung und Look und einem Indie Cast überzeugt. Starker Direct to DVD Horror den man locker mehrmals angucken kann.

Sonntag, 4. Juni 2017

News: Kurzreview zu Twin Peaks 3.01

Eigentlich wollte ich ja warten bis ich alle Episoden gestreamt hatte, aber auf die Gefahr hin in irgendwelche Spoiler zulaufen, starte ich jetzt nach 25 Jahren die Fortsetzung zu meiner damaligen Lieblings TV Serie. Mit dem Ende war ja damals wohl keiner wirklich zufrieden und so war auch meine Erwartung an die Fortsetzung recht hoch. Mit Gänsehautfaktor platzierte ich mich vor der Mattscheibe und isolierte mich vor jeglicher Fremdeinwirkung - Telefon abgeschaltet, Katze gefüttert, vorzeitiger Toilettengang und das Schlafmittel im Tee meiner Frau hinzugerührt, kaum auch aus dieser Ecke keine Störungselement.


Ich werde hier keine Spoiler setzten und nur ganz kurz auf die Handlung eingehen. David Lynch hatte hier volle Bewegungsfreiheit, nach dem sich die Fanbase beim Showtime dafür einsetzte. Was man hier also bekommt ist die volle David Lynch Breitseite. Zeitlose zähe und intensive Bedrohung sind omnipräsent und warten nur darauf, um den Zuschauer zu schocken. Ungefähr so wie damals bei Blue Velvet, als MacLachlan das abgetrennte Ohr gefunden hat. Der Spannungsbogen ist bis aufs äusserste gespannt, es entsteht eine latente Gefahr.

Der Fan kriegt hier also das was er verdient, die volle Kost des Meisters und darüber hinaus eine Weidersehen mit dem alten Cast. Nach der Sichtung der ersten Episode bin hier auch vollumfänglich zufrieden. David Lynch passt sich nicht an und zeigt kontrovers anspruchsvolles düsteres und belastendes Heimkino. Lynch erweitert die Schauplätze und setzte neben der schwarzen Hütte ein weiterer Raum um die Geheimniskrämerei, der Fremden einen Hintergrund zu geben.

Ebenso kriegt nicht nur der anspruchsvolle und künstlerisch ambitionierte Zuschauer was fürs Auge. Mit einigen blutigen grotesken Szenen, straubt er den Härtegrad für die langerwartete Fortsetzung schon mal ziemlich hoch und bietet auch für den plakativen Horror einige gute Momente.

Obwohl ich das kultige Intro jetzt schon vermisse, sieht man gleich beim Neuen Opening, dass man nicht an alten Zöpfen hängt und durchaus bereits ist dem Fan was Neues zu bieten und nicht nur alte Ideen recycelt.

Als Twin Peaks Nerd ist das für mich ein toller Filmorgasmus und ein Freude, dass sich das TV mutig genug gezeigt hat, sich dieser ästhetisch andersartigen und nicht fürs Massenpublikum geeignete Serie zu veröffentlichen. Ich denke Twin Peaks 3.0 ist nicht für junge Publikum geeignet sondern nur was für die Nostalgiker. Am Ende hatte ich dieses Gefühl einen Freund den ich über 25 Jahre zutreffen und mit ihm gleich das Gespräch fortsetzt, dass man damals beendet hat...und jetzt muss ich mal meine Frau wachkriegen!


Samstag, 3. Juni 2017

Review: Hacksaw Ridge - Die Entscheidung - 2016

Abseits des ganzen Marvel Superhelden Stoffes, gibt es zum Glück auch noch Filme über richtige Helden. Desmond Doss ist Sanitäter und Dienstwaffenverweigerer im Angriff auf Okinawa im Jahre 1945. Nicht weniger als 75 Männer hat er dort an der Hacksaw Ridge gerettet. Mit 2 Oscars ausgezeichnet kann sich der Film von Mel Gibson sehen lassen. Er kreiert hier grosses Gefühlskino und konstruiert Action und Ballereien auf den Punkt genau. Die Schlachten sind blutverschmiert und richtig fett choreographiert. Sieht zwar für den nicht Kriegserfahrenen etwas Over the Top aus, hat sich jedoch mit Sicherheit so abgespielt - der Gore und Splatterfreund von handgemachten Effekten wird hier seine Freude haben.


Abgesehen von der Hauptbesetzung Andrew Garfield (Spiderman) wirkt der Cast qualifiziert genug. Garfield gelingt es jedoch nicht das Mamutprojekt um den Helden auf seinen Schultern zutragen. Gerade Vince Vaughn als Sergeant Howell und Hugo Weaving sind prägend. Natürlich ist Hacksaw Ridge ist kein Soldat James Ryan und Gibson auch kein Spielberg, aber das braucht er auch nicht! Denn der Film hat genügend Eigenpotential um mich locker 140min zu unterhalten. Ich mag diese Outdoor Theater Kulisse die dem Film einen herrlichen Studio Look bescheren.

Fazit: Gefühlvolles Kriegsdrama nach einer wahren Begebenheit, mit nicht ganz so viel Pathos und brachialem US Befreiungs Subtext, wie die meisten Hollywood Genrefilme. Hier steht der Held Desmond im Fokus und zeigt dass es sich lohnt Ideale zu haben und ihnen treu zu bleiben. Der überzeugende Gore und die detaillierte grausigen Abschlachtungen sind nur reisserisches und plakatives Beiwerk. Infernales Kriegskino das unter die Haut geht.


7/10



Sammlung: Ich hab mit die Amaray besorgt, die in bester Optik erscheint und mit einer starken 1stünigen Doku/Making of punktet.

The Watcher - Willkommen im Motor Way Motel - 2017

Nach einer Familientragödie wagen Ray und Maggie einen Neuanfang. In der Wüste von Arizona kaufen sie ein Motel. Ray entdeckt einen gehe...