Samstag, 12. August 2017

Review: Die Katze mit den Jadeaugen - 1977


Tänzerin Marla (Paola Tedesco) wird Zeugin am Mord des Apothekers Dezzan (Giovanni Vannini). Ab diesem Zeitpunkt ist sie sich ihres Lebens nicht mehr sicher und sucht Schutz bei ihrem Freund dem Toningenieur Lukas Karman (Corrado Pani). Als dieser von seinem Nachbar, dem Kredithai Giovanni Bozzi (Fernando Cerulli) zur Hilfe einer aufgezeichneten Tonbandaufnahme gebeten wird, folgt der zweite Tote. Zielstrebig ermittelt Lukas in eigener Sache und kommt dem Killer immer näher....



Was zu Beginn beim Regiedebut von Antonio Bido, doch etwas verworren daher kommt, und sich sehr schwer zusammen fügen lässt, bekommt im weiteren Verlauf der Geschichte, immer dramatischer kriminalistische Züge. Insbesondere dass sich gerade am Anfang keine genaue inhaltliche Struktur entwickelt, der man folgen könnte, schafft einiges an Spannung. Die vorgelegten Morde wollen sich in kein Schema einfügen und was den nun Marla mit den anderen kommenden Morden zutun hat, will sich nicht recht erschliessen. Bis zum Ende hin fischt der Zuschauer bei seinen Mitermittlungen in Trüben. Die Auflösung geht dann ohne grössere Action und Dynamik vonstattengeht - alles ziemlich unspektakulär und abgesehen von den Morden auch eher wenig reisserische Momente erzeugt. Schliesslich geht es in Bidos Film um Traumabewältigung.


Antonio Bido, der nach Die Stimme des Todes, wohl seinen besten Film mit Blutiger Schatten   ablieferte, schafft hier einen dichten, teils auch bedrohlichen, jedoch ein wenig unentschlossenen aber dafür nachhaltigen Giallo. Auch wenn ihm die spektakulären Sets und die originellen Subplots fehlen, macht der Film die Manko mit seiner psychotischen Bedrohung weg. Gerade diese schweren düsteren Industrial Soundcollagen der Tonbandaufnahme die Bozzi dem Toningenieur vorspielt erzeugt bei mir eine Gänsehautfaktor - bravo! Filmwissenschaftler Dr. Kai Naumann nennt das den hörenden Blick.

Die Stimme des Todes ist stark von Argentos Deep Red/Profondo Rosso 1975 beeinflusst. Gerade das Score von Trans Europa Express erinnert an die druckvollen Sounds von Goblin. Somit wirkt der Film von Bido nicht wirklich innovativ und neu sondern kann praktisch schon als Hommage an den Argento Klassiker gesehen werden. Der Cast ist abgesehen von Corrado Pani, überschaubar - da bleibt kaum was hängen. Schade, denn der eine oder andere weibliche Blickfang hätte nicht geschadet. Da fehte mir einfach die latente Schlüpfrigkeit.

Der Film wurde ziemlich übel getextet und mit unfreiwillig lustigen Dialogen gespickt, dass die Charaktere einigemale ziemlich dusselig aussehen lässt. Das beraubt der ganzen  düsteren Trivialität seine Seriosität und wirkt sich dann auch schnell sehr verbraucht aus - Schade.


Sammlung: Die HD Premiere von dem 4K Transfer gemasterte Hardbox mit Cover A von X-Rated. Überzeugend Schärfe die Spass macht und mit seiner dynamischen Qualität den Film von seiner besten Seite erstrahlen lässt - Awesome. Audiokommentar Filmwissenschaftler Dr. Kai Naumann ist jetzt auch so lala. Da wurde mir schlichtweg zu viel Werbung für sein kommendes Buch betrieben. Dafür fand ich die selbstgemachten tenebrarum Infofilme zu Stimme des Todes sehr interessant. Viele kleine Extras sie Spass machen und die Veröffentlichung versüssen. Starke Grosse Hartbox.
UNCUT!

7/10

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