Dienstag, 15. August 2017

Review: Train to Busan - 2016

Der egoistische Fond-Manager Seok-Woo (Gong Yoo) muss seine Tochter mit dem Zug nach Busan zu seiner Ex Frau bringen. Als eine Epidemie das Land überschwemmt, dass aus den Infizierten, sabbernde Wüteriche werden lässt, schlüpft eine der Angesteckten in den Zug und ehe man sich versieht, muss Seok-Woo seine eigenen Interessen zurückstellen und um das Leben seiner Tochter kämpfen.








Wie alle Süd Koreanischen Produktionen besitzt auch Boosanhaeng einiges an Überlänge. An den 118 Minuten hätte man locker noch einige Schnitte vornehmen können, aber eben die bringen das Finale nie auf den Punkt - da wird immer wieder was künstlich dran gebastelt und unnötig in die Länge gezogen. Der Film hatte gerade im asiatischen Raum einige Pokale abkassiert und ist der erste Zombiefilm der in Cannes aufgeführt wurde. Sicherlich kann man einen Subtext der Angstzustände der globalisierten Gesellschaft in den Film hineininterpretieren - aber das kann man in jeden  x beliebigen Film! Für mich wurde der Film allerdings zu viel abgefeiert. Ich sehe da auch nicht wirklich was Neues! In einem Verkehrsmittel mit Sabberlingen eingesperrt  zu sein, ist seit der World War Z Flugzeugszene auch nicht mehr neu.

Anime Regisseur Yeon Sang-ho setzt bei seiner ersten Realverfilmung auf Emotionen. Mich hat der ganze Familientwist genervt! Das Vater Tochter Szenario bremst den Zombie Twist immens aus. Ich hatte jetzt nie das Gefühl der totalen Bedrohung, wie ich sie bei andern Artverwandten verspürt habe - alles läuft mit angezogener Handbremse und drückt mir einfach zu viel auf die Tränendrüse. Irgendwie läuft der Film nie auf Hochtouren, da fehlen mir schlichtweg die Herzschlag Sequenzen. Kaum geht mal die Post ab, wird als komplementärer Versatzstück gleich in der nächsten sentimentalen Szene wieder mit der schwangeren Braut Zeit vergeudet oder mit der Tochter und ihrer Mutter Theresa Ansichten, die ihren Papi zu einem sozialen Mitmenschen bewegen will.

Besonders die Teilnahme der Kinder oder der werdenden Mutter neutralisiert den expliziten Härtegrad. Splatter und Gore technisch gibt es nicht wirklich viel ausuferndes zu entdecken. Das CGI bei der Action, geht gerade noch so. Inzwischen feilschen grosse Studios wie Fox, Sony Picture oder Gaumont um die Rechte, um Train to Busan einen westlichen Anstrich zu verpassen. Ich hätte da nix dagegen, die wissen wenigstens wie man einen Film originell cutet. Die durchgehend positiven Bewertungen erzeugen bei mir jedoch ein Stirnrunzeln und ein grosses ?

6/10

Sammlung: Das optisch sehr attraktive limitierte 113/2000 MB mit Comic Artwork und aufwendigem Booklet mit einem Bericht über Horror in der Gesellschaft von Kunst und Filmwissenschaftler Paul Drogla. Hab ich nicht gelesen, da mir das zu geschwollen und nicht verständlich rüber kam. Ein kurzes Interview mit dem Regisseur. Als BD Bonus gib es noch ein Press Screening mit deutschen Subs. Ein ganz besonderes Schmankerl kommt in Form der Bonus BD des Animes Seoul Station daher. Tolles Mediabook.

9/10


sentimental

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