Mittwoch, 25. Oktober 2017

Review: The Enfield Haunting - 2015

Unerklärliche Geschehnisse ereignen sich in einem Haus im Londoner Stadtbezirk Enfield im Jahr 1977. Gegenstände fliegen, unerklärliche Stimmen ertönen - das kleine Mädchen Janet scheint von einem Poltergeist heimgesucht zu werden. Maurice Grosse, der Amateurforscher der Parapsychologischen Gesellschaft, sowie der professionelle Geisterjäger Guy Playfair versuchen, Janet und ihrer Familie zu helfen und sie vor den Attacken des Poltergeistes zu schützen. - Offizielle Inhaltsangabe.







Ein True Event Poltergeist Drama mit subtilen Zynismus, dass sich zwischen 1977 bis 1979 ereignet haben soll. Was sich dann am Ende wirklich abgespielt hat, wissen wohl nur die Betroffenen selbst - alles andere dient schlichtweg der Gruselunterhaltung. Ob man sich nun der plakativen Attributen eines Exorzisten bedient oder auf ein Familiendrama zusteuert - für durchgehende Unterhaltung ist gesorgt. Manchmal etwas schwazhumorig/für die betroffene Familie gehört der Poltergeist fast schon zum Inventar. So nach dem britischen Motto: Poltergeister ja, aber bitte nicht zur Teezeit zwischen 15 und 17 Uhr.

Der Retro Vintage Look ist eine Augenweide und schleudert den Zuschauer direkt in die späten muffigen 70er. Allgemein fühlt sich die Miniserie an wie vom Wetter gewelltes Papier - alles äusserst matt pigmentiert und mit der spartanischen Leichtigkeit der damaligen Denkkultur verankert!

Die Miniserie von 141 Minuten wurde gekonnt gecastet. Timothy Spall schlüpft in die lethargische traumatisierte Figur, des parapsychologischen Amateurs und zieht das Publikum bereits nach wenigen Auftritten auf seine Seite. Auch der Kindercast Eleanor Worthington-Cox, die gekonnt die zentrale Rolle und Schlüsselfigur besetzt, wird zur Sympathieträgerin.

Fazit: Toller Brit Look/den ich immer liebe, überzeugendes Schauspiel und einiges an unvorhersehbaren Jump Scares runden das Geister Drama mit subtilen schwarzen Humor ab. Wer sich abseits der gängigen Massentauglichen Seegewohnheiten gruseln will, sollte sich diese staubig, muffige Kiste gebe. Schade nur, dass der Film bzw. die Miniserie dann an den wichtigen Eckpunkten doch zu wenig Mut zeigt, um ihr Ding durch zu ziehen. Man entscheidet sich zur sichern Variante und greift auf bereits Vorhandenes zurück.  Somit wird man am Ende mit einigen explizite Schauwerten doch noch ungewollt zu einer Variete Nummer. Ich hab mich jedoch bestens amüsiert und gegruselt.

8/10


ofdb

Sammlung: serien1/ Es gibt eine deutsche BD und DVD!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen