Montag, 19. März 2018

Review: The Sect - 1991

Zwei scheinbar unzusammenhängende Ereignisse – ein mysteriöser Besucher in einer Hippie-Kommune der 70er und ein grausamer Mord im Frankfurt der frühen 90er – ebnen der Geburt des Leibhaftigen den Weg. Das weiß die junge Miriam (Kelly Curtis) noch nicht, als sie kurz darauf beinahe den mysteriösen Moebius Kelly (Herbert Lom) über den Haufen fährt. Sie nimmt den alten Mann vorübergehend bei sich auf und wird als Werkzeug und Gefäß für die Pläne einer satanischen Sekte zunehmend zwischen Traum und Realität zerrieben. - Offizielle Inhaltsangabe








Regisseur Michele Soavi (Dellamorte Dellamore - 1994), ist ein Argento Jünger und hatte bereits bei dessen erfolgreichen The Church (1989) das Drehbuch verfasst. Mit The Sect schafft er einen psychodelisch düsteren esoterischen Film, der äusserst unverdaulich wirkt - sicher kein Film den man einfach so nebenbei guckt. Man konzentriert sich zwar auf eine einfache Bildsprache, mit einer soliden Kameraästhetik, die 90% von Soavi selbst eingefangen wurde, mutet dem durchschnittlichen Horrorfilmpublikum jedoch schlichtweg zu viel zu. Als Inspirationsquelle gilt hier Rosmarys Baby. Ebenso bedient man sich dem Hippie Einflusses eines Charles Manson und zelebriert eine Geschichte zwischen Realität und Vision einer Metaebene, die sich der Symbolik von Tier und Natur widmet.

Die Effekte sind nicht ganz so brutal, erzeugen aber ein muffige Stimmung und kommen aus heutiger Sicht ziemlich krude daher - man beachte das lebende Leichentuch. The Sect entstand zu einem Zeitpunkt, als der Zenit des italienischen Horrorgenres bereits überschritten war. Somit floppte dieser äusserst knorzige Brocken leider auch an den Kassen. Als Star konnte man Herbert Lom verpflichten, der den schlechten Nebencast vergessen macht.

Fazit: Schwerverdaulicher satanistisch esoterischer Horrorfilm, aus einer Zeitepoche, als das italienische Genrekino schon lange am Ende war. Wer sich jedoch die Zeit nimmt und sich der Materie widmet, bekommt einen hochwertigen und aufwendigen etwas subversiven Film aus der Argento Schmiede geboten. Für die schnelle Unterhaltung völlig ungeeignet. Flüchtigkeitsfehler beim Dialogbuch, möge man dem Film verzeihen - da wird aus Franz abwechslungsweise Frank.

6/10


Sammlung: Das starke Mediabook von Koch macht Spass und weist ein hochwertiges HD Master auf. Zusätzliche Szenen wurde mit deutschen Subs bestückt und offerieren dem Zuschauer eine Uncut Version. Tolles Aufmachung  mit etlichen Infos und zusätzlichen brauchbaren Infos. Mit dem Cover war ich jetzt weniger glücklich.  Leide hängt auch die deutsche Synchro in den Seilen. gerade bei den Nebenfiguren, fast unerträglich. 9/10





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