Mittwoch, 10. Oktober 2018

Edward Lee - Der Besudler auf der Schwelle


Die 22jährige Hazel ist eine erotomane Paraphilikerin. Von Männer vergewaltigt und angepisst zu werden, gilt bei ihr als eine Obsession, die ihr Leben prägt. Zusammen mit ihrer älteren und im 8 Monat schwangeren Freundin Sonia besuchen sie in einer Hütte, den werdenden Vater und Professor Frank. Allerdings umgibt die Hütte im Wald eine düstere Stimmung, da sich kurz zuvor dort Franks bester Freund und Arbeitskollege Henry erhängt hat. Zusammen haben sie an einer komplexen mathematische Lösung gearbeitet, die weit über das menschlich Vorstellbare hinaus geht. Als sich Frank auf die Suche nach dem Erbe Professor Henry Willmahr, in das mysteriöse Gray Cottage begibt, langweiligen sich Sonia und Hazel und begeben sich unter die einheimische Bevölkerung. Nach und nach gleitet Hazel durch die Kultur der Hinterwälder und taucht immer tiefer in die gefährliche Welt ihrer Sexphantasien.

Edward Lee widmet sich hier einer unautorisierten Fortsetzung des Lovecraft Klassiker - Jäger der Finsternis. Im Vorwort ermahnt er die Leser, dass man sich vor seinem Buch Der Besudler auf der Schwelle, dringend Lovecraft`s Buch lesen sollte. Ich hab es getan und muss sagen, dass am sich Lee`s Besudler auch ohne Lovecraft Werk anvertrauen kann. Ohne dem Meister der Perversionen zu nahe zutreten, aber ich hab da jetzt wenig zwingend Übergange zu Jäger der Finsternis erlebt. Klar, man stösst auf die üblichen Lovecarft Wesen, ansonsten ist das halt die typische Lee Over the Top Sause, bei dem sich dem Leser seitenlange Vergewaltigungen und sonstige Perversionen einverleiben kann - muss - darf!

Es entsteht die stereotypische Lee Ausuferung an Schandtaten und beraubt dem Band somit, wie fast bei all seinen Werken, die Spannung und Seriösität. Die Perversionen sind dermassen drüber, dass sie schon fast lächerlich wirken und von spannenden  Gewaltspitzen zum reinen Comic Relief werden - weniger wäre hier durchaus mehr. Lee weiss einfach nicht wann es genug ist und überspannt den Bogen. Dabei wäre Der Besudler auf der Schwelle ein durchaus gelungener Horror Roman in Form Cthulhu Wesen und Cabin in the Woods, aber die endlosen Sexadaptionen neutralisieren das Horror Element. Im Prinzip hat es Lee auch nicht nötig mit seiner Geschichten dermassen mit reisserischer sexueller Plakation auszuschmücken, da er über genügen Intelligenz verfügt um eine wirklich hochstehende Geschichte zuschreibe. Dies ist Der Besudler auf der Schwelle, natürlich nicht! Aber am Ende bekommt er Leser eben genau das geboten, was ihm Lee verspricht: Ein pornographischer Cthulhu - Roman.

Fazit: Ausufernde Perversionen, lähmen über Strecken das Horror Element und wirken überreizt. Der Leser muss schon was einstecken können um der Vergewaltigungsorgie etwas abzugewinnen. Von dieser trivialen und künstlich augegeilten Sprache angesehen, bekommt man eine atmosphärische Setting und in typischer Lee Redneck Kultur. Sympathieträger sucht man hier vergebens.

6/10

Sammlung: Das sehr ansehnliche Sammlerstück von Festa das auf 66/999 limitiert ist und mit den wuchtige Artwork von Alan M. Clark rundet die Perversion gekonnt ab. Signaturen von Clark und Lee. Besonders perverses Sammlerstück, dass in keiner Extrem Bibliothek fehlen sollte.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Killerameisen - 2008

Auf einem südostasiatischen Inselparadies gibt's Probleme mit aggressiven Ameisenmutationen. Von unbekannten Schwarmbildungen und in...