Freitag, 5. Oktober 2018

Roar - 1981


Hank lebt in Afrika auf einer kleinen Farm und studiert das Verhalten von Löwen. Aus diesem Grund wohnt er friedlich mit einer großen Anzahl der Tiere zusammen. Als seine Frau mit ihren drei Kindern zu Besuch kommen will, kommt es zu einem Mißverständnis und während Hank unterwegs ist, um sie abzuholen, kommen sie gerade bei seinem Haus an. Die Stadtleute sind natürlich extrem überrascht, als sie von einer Horde Löwen erwartet werden und versuchen panisch sich im Hause zu verstecken. Durch ihre Angst und durch Unstimmigkeiten im Rudel sind die Tiere wild geworden.

Offizielle Inhaltsangabe



Ich hab da immer so meine Mühe mit Tierfilmen, da das meistens für die Tiere recht unglücklich endet. Bei diesem Noel Marshall Movie mache ich jedoch ein seltene Ausnahme. Im Prinzip ist Roar ein reines Familienprojekt das von Marshalls damaliger Frau Tippi Hedren produziert wurde. Der Cast besteht ebenso vorwiegend aus Familienmitgliedern wie Hedren`s Tochter Melanie Griffith und den Marshalls Söhnen. Um diesen Film zu produzieren und die Löwen zu unterhalten, war den beiden Machern Hedren und Marshall nichts zu viel und es endete damit das der ehemalige Hitchcock Star pleite ging und all ihren Schmuck versetzten musste um das 18Mio Projekt zu finanzieren.

Gedreht wurde in Masambik unter schwierigsten Verhältnissen und eine Unwetter mit abschliessender Sintflut, bei dem der Hauptlöwe Robbie von der Polizei erschossen wurde. Das Projekt schien zu scheitern und wurde nur durch den Idealismus der Schöpfer beendet. Wobei zu erwähnen wäre, dass es sich bei Roar um keinen dramaturgischen Film mit relevanten Inhalt handelt, sondern im Fokus steht Noel Marshall, der sich hier selber feiert und sich als Alphatier über die Löwen und Tieger erhebt. Sein Kontakt mit den gefährlichen Tieren, ist authentisch und doch ziemlich gefährlich. Auf Tricksereien wie das damalig angesagt Bluescreen wurde verzichtet. Roar ist zu 100% echt.

Auch wenn das zu Beginn äusserst gelungen inszeniert wirkt und einiges an Respekt zollt, werden die ständigen Rangeleien und Kuscheleien zwischen Noel und den Katzen, relativ schnell abgenutzt. Man sieht wie Noel, aufgeputscht vom Adrenalin, in Begleitung seiner Löwen durch den Film flitzt und das war`s dann. Ganz kurz wird eine Subplot von Wildern aufgebaut, bekommt aber zu wenig Gewicht um eine Dramatik zu erzeugen. Kurz darauf wird erneut Marshalls Kaspereien mit den Katzen eingeblendet und der Twist verläuft im heissen Wüstensand von Mosambik. Das sieht alle sehr gefährlich aus, wirkt aber nach kurzer Zeit schon sehr langweilig. Am Ende ist Roar auch ein mit 102min überlanger Mensch/Löwenfilm, den man sich als Tierfan und Katzenfreund angucken kann. Wer auf Inhalt und Spannung steht, bekommt bei dieser FSK6 rein gar nichts geboten.

Auch wenn mir nicht alles gefallen hat, finde ich das Filmprojekt Roar äusserst respektabel. Kaum vorzustellen, wenn hier ein wirkliches Drehbuch vorhanden gewesen wäre. Da hätte man einen wunderbaren Tierhorror raus kitzeln können. Aber so bleibt das ein Film von einer Familie für eine Familie. Apropos der Elefant Kira der hier das Boot in Einzelteile zerlegt, lebt heute noch im Naturpark. (Stand-2018)

Fazit: Wer auf Tierfilme und das ganze attraktive Afrika Setting steht sollte sich diese 102min Parade mit Noel Marshall geben, wie er sich hier mit 30 Löwen, Tiger, Leoparden, Pumas, Busch und Dschungelkatzen rangelt. Wer hier einen inhaltlich relevanten Film mit Spannung und Drama erwatet, wird enttäuscht, den am Ende wirkt die anhaltenden Tierkuscheleien und die deutsch Spassynchro doch etwas ausgereizt.

4/10

Sammlung: Das Inked Pictures Mediabook 38/50 ist ein stinkfreches Repack der Platinum Cult Edition 12, nur das man hier das Italo Artwork verwendet hat. Das Booklet taugt wie immer nichts und stellt nur die IP Vö vor. Mit 40.00 auch viel zu teuer für ein Repack das rein gar nichts Neues vorzuweisen hat. Die Extras auf der Platinum sind allerdings hochwertig mit Making of (Deutshe Subs) und Soundtrack. 6/10


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