Freitag, 9. November 2018

Invasion der Tiefen Wesen – H. P. Lovecraft & Brian Lumley


Ehrlich gesagt bin kein wirklicher Lovecraft Jünger, da mir seine Schreibe einfach viel zu langsam ist und bei ihm primär auf Atmosphäre gemacht wird, statt auf Geschichte. Da werden Seitenlang Stimmunsgszenarien repetiert, wie gruselig, schrecklich und schauderhaft alles ist und am Ende passiert dann doch nicht allzu viel schreckliches. Selbiges trifft auf Der Schatten über Innsmouth zu, dass im Jahre 1936 erstmals veröffentlicht wurde. Klar, das Konzept des Cthulhu-Mythos ist interessant, aber auch in Der Schatten über Innsmouth, wird über degenerierte Kreaturen, düsteres Grauen blanke Panik, und über einen scheusslichen Fischgeruch geschrieben, aber die Point of View Story, um einen Mann der nach seiner Vergangenheit in Innsmouth forscht, tritt an Ort und Stelle. Das ganze Prozedere spielt um 1926 und konnte mich nicht ansatzweise fesseln. Obwohl ich gerne mal eine H. P. Lovecraft Geschichte von Guillermo del Toro mit einem Budget von 300Mio verfilmt sehen möchte, gehört diese Novelle sicherlich nicht dazu.



Die zweite Geschichte Invasion der Tiefen Wesen von Brian Lumley stammt aus dem Jahre 1984 und ist eine Art Erweiterung in Innsmouth, bei dem dann auch der eine oder andere Shoggothe auftritt. John Vollister ist Meeresbiloge und Muschelkundler. Als Witwer lebt er allein und zurückgezogen am Strand, bis er eines Tages eine mysteriöse Muschel geschenkt bekommt. Bevor er sich versieht, wird er in eine Abenteuer voller mysteriöser Verschwörungstheorien der Tiefen Wesen verstrickt. Brian Lumley kannte ich noch von der Necroscope-Reihe, bei der ich nach Band 2 ausgestiegen bin, da ich eher weniger auf dieses ausgelutschte Vampirgenre stehe. Aber für Invasion der Tiefen Wesen und eine Geschichte die in dem Cthulhu-Mythos spielt, ist er wie geschaffen - seine Schreibe passt wunderbar, da auch er die Adjektive wie schrecklich, scheusslich, panisch beherrscht und das Würgen des Grauens gekonnt inszeniert. Leider ist das alles vorhersehbar konstruiert und Spannung bleibt bei mir auch hier aus. Aber wenigstens hat man mit John Vollister einen Sympathieträger erschaffen, der Bindung erzeugt. Ansonsten bleibt das sicherlich ein tolle Lovecraft Ergänzung in der auf Seite 144, für einmal der Cthulhu-Mythos und dessen Hierarchie verständlich in wenigen Sätzen erklärt wird. Das Final wird dann im Stil eines Grusel oder Monsterfilms nochmals richtig stimmig, aber spannend fand ich die Geschichte nie wirklich.

Fazit:
Lovecraft und Cthulhu Jünger oder Leser die auf atmosphärische und stimmige Landschaften setzten, sollten sich dieses Buch einverleiben. Schnellunterhalter die auf Spannung und treibende Twists setzten, können das Buch stehen lassen.

6/10

Sammlung: Das Festa Buch ist auf 629/666 limitiert und natürlich nicht von Lovecaft signiert, sondern von Brian Lumley und dem Illustrator Bob Eggleton, der eine hervorragende Arbeit vollbracht hat.


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