Montag, 18. Februar 2019

Blutnacht des Teufels - 1971


Die Bikerbande "Devils Advocates" tyrannisiert die Gegend! Zusammen mit ihrem Seher "Guru" ziehen sie auf ihren Motorrädern saufend und prügelnd durch Nevada. Eines Tages erreichen sie ein geheimnisvolles Kloster, welches von mysteriösen Mönchen bewohnt wird. Diese bieten den Bikern bereitwillig Unterkunft und Essen an. Doch was die Biker nicht wissen: In den Nächten zelebrieren die Mönche blutige Rituale. Sie entführen Helen, die Frau des Bandenchefs, um sie Satan zu opfern. Die Biker können sie noch im letzten Moment retten und entkommen. Doch schon bald trifft sie der gnadenlose Fluch der diabolischen Kuttenträger und ein gnadenloser Kampf ums Überleben beginnt.

Offizielle Inhaltsangabe



Irgendwo passt der deutsche Titel Blutnacht des Teufels, ebenso gut wie der englische Originaltitel Werewolves on Wheels. Es handelt sich hier um den ersten Filmversuch von Michel Levesque. Jener stammt aus der Roger Cormans Schmiede und legte ein Jahr später bereits seinen zweiten und letzten Film nach, bevor er nach einem Europatripp erneut in den USA mit Exploitation von Russ Meyer als Produktionsleiter seine Brötchen verdiente. Schade eigentlich dass man von Levesque, keine weitere Regiearbeit mehr bestaunen durfte, denn auch wenn er sich mit der Erzählstruktur von Blutnacht des Teufels schwer tut, punktet er mit den tollen Kulisse und seiner generischen Grundstimmung. Alles wirkt hier vorwiegend poetisch und wird mit einem herrlichen progressiven Rock Country Song Soundtrack in starke Bilder gepackt. Leider verläuft das Szenario eher in einer Art Showcase und vermag wenig inhaltlich relevante Entwicklungen und Lösungen zu konstruieren.

Alles sehr trocken serviert und wenige dynamisch erzählt, setzt der Film vorwiegend auf seine gelungene Bildsprache und fängt den muffigen Lifestyle der Biker Kultur adäquat um. Wer sich etwas Zeit einräumt und sich den lethargischen Impressionen hingibt, bekommt einen kernigen subkulturellen Movie geboten, der neben den Kaspereien der Rocker, zwischendurch mit seinen schwermütige Tendenzen, für eine triste Umgebung sorgt.

Fazit: Wer mal einen brennenden Werwolf auf einer Harely sehen will, der in einer abrupt endenden Geschichte ohne Sinn und Verstand, in der Wüste sein Schicksal, mit einer Biker Gang teilt, sollte sich diese opulente trockene Bildgewalt mit tollen Songs geben. Als reinen Exploitationer würde ich Werewolves on Wheels, nicht beschreiben, eher als poetischer subkulturellen Undergroundfilm, der bewusst auf die niedrigsten, anarchisch Emotionen des Zuschauer zielt und dabei nachhaltig in Erinnerung bleibt.

6/10

Sammlung: Die kleine Hartbox 02 von Midnight Movies kann sich sehen lassen. Starkes Artwork und solides Bild. Besonders die Audiospur mit den tollen Songs macht Laune. Keine brauchbare Extras 7/10


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