Samstag, 23. Februar 2019

Night Vision - 1997


Die Stadt wird von einem Psychopathen terrorisiert. Er bannt seine Opfer auf Video, beobachtet sie, lernt ihre Sehnsüchte, Lüste, intimsten Wünsche kennen – dann, wenn sich die jungen, vornehmlich streng gläubigen Frauen unbeobachtet und sicher fühlen schlägt er blitzschnell zu! Er peinigt sie, mißbraucht sie sexuell, quält seine Opfer vor laufender Kamera zu Tode. Doch damit nicht genug. Sein Drang diese krankhaften Verbrechen der Öffentlichkeit preiszugeben ist schier unersättlich und seine bluttriefenden Clips sind ein gefundenes Fressen für die sensationslustige Daily-Press. Doch der Killer hat gefährliche Feinde: zwei knallharte Cops, Dak Smith und Kirsten O’Connor, haben sich ihm an die Fersen geheftet.

Offizielle Inhaltsangabe

Gil Bettman führte in den 80er ein einigen Episoden von Knight Rider und Ein Colt für alle Fälle Regie. In der Tat sieht und fühlt sich seine letzte Regiearbeit Night Vision unter Produzent und Hauptbesetzung Fred Williamson, genauso an wie eine überlange Folge, jener erwähnten Serien. Gefangen in der Optik und dem Erzähltempo eines 80er Films, erlebt man hier einen Movie in einer Retrospektive dieses filmerischen schrillen Jahrzehnts. Musik, Action und Sprücheklopfer, versetzten den Zuschauer im Jahre 1997 zurück in die 80er.

Leider gibt es da ein kleines Problem, in den späten 90er wollte niemand mehr von diesem schrulligen Machokino etwas sehen und so wirkt Night Vision wie ein verlorenes Flickwerk aus einer Zeitepoche die heute Dank Retro Design wieder total angesagt sind, aber in den 90er als Fremdschämen galt. Der Erzählrhythmus wirkt träge und ausgegoren. Statt "Hammer" Action, gibt es viel zu viel von dem "Hammer" Alkoholiker zu sehen. Alles auf der Ebene des flachen Humors und äusserst antriebslos. Als Sidekick bekommt Fred "Hammer" Williamson, die Martial Arts Fighterin Cynthia Rothrock als Ergänzung zugeteilt. Leider wird ihr Potential total verschwendet und so darf Rothrock, lediglich ab der 82min drei Kicks ausüben, bevor sie dann nochmals als Alleinerziehende Mutti platz nehmen darf. Ob sich Produzent und Star Fred Williamson, sie alleinige Screentime sichern liess, ist nicht bekannt. Bekannt ist jedoch das Robert Forster, ebenso nur als Stichwortgeber agieren darf.

Die Story inklusive Serienkiller, bleibt blass. Man zeigt zwar etwas nackte Haut, verzichtet vorwiegend auf harte Kills und sonstige Schweinereien. Somit bleibt Night Vison zwischen lähmender Antriebslosigkeit, lockeren Sprüche und flachem Humor, ein schrulliger 90er Videothelenmovie indem sich Fred "Hammer" Williamson selber feiert.

Fazit: Als Fred "Hammer" Williamson Fan, führt an diesem Flickenteppich nichts vorbei. Cynthia Rothrock Fans gucken in die Röhre, da die 5fache Karate Weltmeisterin, praktisch abgemeldet ist. Actionmässig sollte man auch nicht zu viel erwarten und so verkümmert Nigh Vision zu einem halbgaren Cop Thriller mit Snuff Thematik.

5/10


Sammlung: Das auf 285/333 limitierte Mediabook von Fokus Media, ist Uncut und gut gelungen. Bild und Ton gehen in Ordnung. Als Bonus gibt es einen kurzen Comment von Cyhnthia über Night Vision. Beim Booklet Text hat sich Mike Blankenber von dead.ends.de erneut viel Mühe gegeben. Tolle Vö. Das Mediabook habe ich mir von Fred Williamson persönlich an der Weekend of Hell im November 201 für 20.00 signieren lassen. 8/10










7 Kommentare:

  1. Da wollte ich nicht wirklich ins MB investieren. Hab mich in letzter Zeit eh zu oft dazu hinreißen lassen, obwohl ich die Filme in anderer Form schon hatte.

    Gruß
    Harry

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    1. Jepp, muss da auch einen Gang raus nehmen. Da inzwischen eine regelrechte Overdose an MB`s raus gehauen werden. Wenn man ehrlich ist, ist doch 3/4 eines MB eh für`n Arsch. DVD und BD in der selben Vö und dazu noch ein alter Pressebericht im Booklet, ein schickes Cover und fertig ist das Mediabook. Dann noch ne kleine Limitierungsnummer, damit der Film so richtig, wichtig und selten rüberkomment. Eine Limited Edition spricht leider nie wirklich für die Qualität des Produktes. Selbiges trifft auf Bücher zu - gerade bei den Festa Sammler Editionen hab ich da echt schon des Öfteren ins Klo gegriffen. Vielleicht wird dass auch nur auf 666 limitiert, weil es nur 666 Leser gibt?

      Gruss
      zult

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  2. Völlig richtig. Schlimm ist dabei: Man weiß das alles ja und kauft das Zeugs trotzdem. Und es wird mittlerweile wirklich jeder Rotz als MB rausgehauen.

    Was den Buchmarkt angeht, muss ich Festa teilweise in Schutz nehmenund so bierernst hast du es ja auch nicht gemeint. Es gibt wahrlich mehr Leser als Bücher, obwohl nun auch viele Clowns aufgetaucht sind, die sich das zunutze machen, um dick Kohle abzugreifen.

    https://www.ebay.de/sch/i.html?_from=R40&_trksid=m570.l1313&_nkw=charles+platt&_sacat=171236

    Aber es stimmt auch, dass Festa als Vorreiter für so viele Genreperlen und Editionen dann auch die Nachahmer und schlicht eine gewisse Abzock-Mentalität ausgelöst hat. Und da man sich nun einmal nicht gerne abhängen lässt, muss man letztendlich auch mitspielen. Aber bei einigen aufgerufenen Preisen, muss man sich schon fragen, woher die kommen (Neuware bei den Verlagen) und auch die Entscheidung treffen - Filme oder Bücher. Beides geht da nicht - und dann entscheide ich mich für Filme.

    https://www.festa-verlag.de/buchheim-bentley-little-der-berater.html
    Das hier geht ja noch und Little hat nur ein Manko: zu oft finden seine richtig guten Ideen nur einen lauen Abschluss. Da verkackt er es oft.

    https://www.festa-verlag.de/buchheim-vorzugsausgaben-tim-lebbon-the-silence.html
    Hier sage ich: Inakzeptabel.

    https://www.festa-verlag.de/eat-them-alive.html
    Bei dem blutet das Herz, aber für nicht einmal 300 Seiten den Preis? Nope.

    Aber die großen Publikumsverlage schlagen auch gerne mal über die Stränge, bieten fehlerhafte oder völlig am Buch vorbeiverfasste, verlogene Inhaltsangaben, schrauben Preise für Fake-Clancys in die Höhe, bloß weil sie den Namen draufknallen dürfen und dann gibt es nur einen simplen Krimi. Und auch sie ahmen zu gerne in der einen oder anderen Form unter anderer Bezeichnung den eigentlichen "Geburtshelfer" (Extrem) oder "Wiederbelebungskünstler" (Action) namens Festa nach.

    Gruß
    Harry

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    1. JA, das ist übelstes Volk!!! Solche Nasen die in der Bucht ungeöffnete Festa SammlerEdition mit 150.00 einstellen, richtig übel! Da kommt mir echt die kalte Kotze hoch. Aber eben wer zu spät kommt , zahlt halt oder lässt es bleiben.

      Das mit den MB ist leider so, ich lande da auch immer wieder, wie die Fliege im Netz und hol mir da teils echt Übles Zeug rein. Aber auch hier verschiebt sich das Preissegment.
      Möchte gerne den Terrifier UNCUT sehen, aber der hat es bei uns nicht mal in die Schweiz geschafft und war zuvor schon sold out. Jetzt kann man da mindestens 70 Steine hinlegen!!!! Da sagt jede Vernunft NEIN, aber trotzdem bleibt das tief im Hinterkopf verankert und stresst mich. Ich glaube die Comicsammler brauchen die Aussage: Den Mut zur Lücke haben!! Scheiss drauf ich will jetzt endlich Terrifier sehen, aber nicht 70. Euronen hinlegen. Kunst sollte für Jeden erschwinglich und zugänglich sein. Hier frag ich mich auch wieso nameless hier immer noch keine Amaray oder ne zusätzliche Ausgabe wie beim Punisher nachgeschoben hat? So bleiben die Preise ewig oben.

      https://www.ebay.de/itm/Terrifier-Mediabook-Cover-B-streng-limitiert-Nr-145-222-OVP-Schutzhulle/303056738803?hash=item468f96d9f3:g:LNcAAOSw57ZcX1iP:rk:1:pf:1&frcectupt=true

      Eat them Alive hab ich im Abo, da komm und will ich nicht raus, da mich die Pulps bislang wunderbar eingedeckt haben - was man von den Sammlerausgaben nicht immer behaupten kann. Habe gerade Bryan Smith`s Halloweenbraut in der Mache, aber ne zieht bei mir auch nicht - viel zu harmlos für den gefeierten König des Slashers.

      Gruss
      zult

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    2. Eigentlich ist es ja schon frech, dass gerade diese Raubritter - zumeist mit ein oder zwei Kollegen - die Abos für sich belegen und das nur, um Reibach zu machen, während die echten Bücherfreunde dann leer ausgehen, weil es limitierte Auflagen sind.

      Jaja, der berühmte Mut zur Lücke. Auf Arbeit konnte ich mich mit dem viiiiiieeeel besser anfreunden. Bei der Sammelei - vorzugsweise Filme - kann ich mich da schneller überreden, die vorhandene Lücke zu schließen.

      Bei den Sammlerausgaben bei Festa werde ich wohl nach dem neuen Stokoe aussteigen, das ist es mir nicht mehr wert (Außer sie bringen was von Jeff Strand, DANN.....).

      Gruß
      Harry

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    3. Jepp, die Sammlerausgaben von Festa stehen bei mir auch auf der Kippe. Da letztens wenig brauchbares kam und auf Novellen hab ich echt keinen Bock. Die kommen des Öfteren auch nicht über einen gewissen Standart hinaus. Ein kleine Auflage und ein Hardcover macht eine Geschichte nicht besser. Allerdings kackt mich dass dann an wenn mir dadurch eine Brett wie Edward Lee`s Header entgeht und ich dann das so einem von dir genannten "Raubritter" teuer abkaufen kann/muss.

      Wie gesagt, den Pulps bleibe ich treu, weil da doch Autoren drunter sind, von denen ich noch nie was gehört habe und bislang die ersten drei Bücher voll duchstarteten. Obwohl so nen ekelhaften Stephen King Werbereisser auf dem Cover wie :"Ein Schriftsteller für die Ewigkeit." wie bei Michael McDowell`s Die Elementare, zerstören das ganze schöne Artwork. Sowas hat Festa doch gar nicht nötig. Aber die Masse legt wohl wert darauf, was der US Dinosaurier so von sich gibt - also muss man das kaufen.

      Gruss
      zult

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  3. Ich will dir ja nix ausreden, jeder wie es ihm/ihr/es gefällt.

    Vielleicht werde ich auch ein bisschen Abo-Hopping betreiben. Sehe ich in der Vorschau rechtzeitig, dass da Artikel kommen, die ich nicht will, kündige ich das Abo und danach lasse ich es wieder aufleben. Oder Frank erschlägt mich, kann auch passieren.

    Ich bin eigentlich ein Verfechter des "Festa"-Tums. Es hat Spaß gemacht, dabei zuzuschauen, wie er und Inge den Etablierten den Finger gezeigt haben, wie sie gegen Widerstände ihr Programm durchzogen und wie sie auch den Handel überzeugten.

    Und es hat erst recht Spaß gemacht mit Frank zur Anfangszeit der Actionreihe die Autoren zusammenzusuchen. Dann hatte er es endlich geschafft, den Reilly zu kriegen, mit dem ich ihn schon ewig bejammert hatte und alle waren glücklich - und ich durfte das aufm Blog zwei oder drei Tage vor Öffentlichmachung verkünden.

    Jetzt kommen die Autoren und Agenten zu Festa, der Verlag muss nicht mehr lange betteln oder suchen. Autoren wie Lee und White bleiben gleich ganz da und auch die Actionfront ist froh, in Deutschland wieder verlegt zu werden.

    Was diese Werbesprüche angeht, so sind das meist Gefälligkeiten unter Kollegen oder unter den Verlagen. Beispiel King oder Ludlum und Clancy: die beiden Letztgenannten werden immer noch zitiert, obwohl schon lange abgelebt und bei King musst du nur mal drauf achten, dass bei einem bestimmten Autor (völlig egal wer, nur muss er schon mehrere Bücher verzapft haben) dann immer wieder das gleiche Zitat steht. Hin und wieder fließen vielleicht auch ein paar Kopeken.

    Gruß
    Harry

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