Sonntag, 8. September 2019

Review: Lloronas Fluch - 2019



Im Los Angeles der 1970er-Jahre untersucht eine Sozialarbeiterin (Linda Cardellini) gerade einen Fall von zwei Kindern, die unter scheinbar mysteriösen Umständen verschwunden sind. Doch je tiefer und intensiver sie sich mit dem Fall auseinandersetzt, desto klarer wird ihr, dass vermutlich auch ihre eigene Familie in großer Gefahr sein könnte. Das hat etwas mit einem mexikanischen Volksmärchen über die weinende Frau La Llorona zu tun, das vielleicht wahrer ist, als manche denken. Denn die grausige Erscheinung scheint gefangen zwischen Himmel und Hölle und ist einem Schicksal ausgeliefert, das sie eigens verschuldet hat. Einst ertränkte sie in einem fürchterlichen Wutanfall ihre Kinder und stürzte sich dann selbst einem reißenden Strom hinunter. Inzwischen streift sie durch die Nacht und macht Jagd auf Kinder, die ihre eigenen ersetzen sollen, dabei wird sie immer unersättlicher und ihre Methoden immer grausamer…

Offizielle Inhaltsangabe


Das Conjuring Universum breitet sich weiter aus und nach Annabelle 3, ist dass 2019 der zweite Film  aus diesem Franchises der es in die Kinos schafft. Das geht inzwischen soweit, dass jetzt schon Spin-offs ihre Spin-offs haben und so kommt nach Annabelle nun The Curse of La Llorona raus. Natürlich erneut aus der James Wan Schmiede, diesmal unter dem Regiewelpen Michael Chaves. Man widmet sich der mexikanischen Folklore und der Sage der klagenden Frau in Form von La Llorona, einer gehörnten Ehefrau die aus Rache zu ihrem Mann ihren beiden Kinder in einem Fluss ertränkt.

Die Geschichte spielt im Jahre 1973 und sieht hier leider von der Optik her, überhaupt nicht aus wie die 70er. Das wurde etwas unspektakulär arrangiert, ich hatte jetzt abgesehen von der Hose der Hauptfigur, nie das Gefühl mich in dem Jahrzehnt wiederzufinden. Ansonsten wirkt dass alles wie am Schnürchen gezogen und folgte dem typischen Wan Algorithmus, der dem Publikum von langer Hand inszeniert Jump Scare serviert, die man bereits um 4 Ecken kommen sieht. Gruselstimmung bekommt der hartgesottene Horror Fan hier nicht.  Über strecken ist das ja fast schon eine Familienfilm um eine Witwe und alleinerziehende Mutter, die ihr Kinder von einer geschminkten Tante mit langen Fingernägeln beschützen muss.

Das einzig Positive ist, dass man auf grösser Computeranimationen verzichtet und dem Zuschauer solide Handwerkskunst bietet. La Llorona wird von Marisol Ramirez gespielt und sieht richtig gut aus. Ansonsten bleibt bei mir nur Raymond Cruz (Major Crimes) in einer seiner grösseren Filmrollen und Tony Amendola der nach Annabelle erneut in die Figur des Father Perez schlüpft, hängen. Hauptbesetzung Linda Cardellini als rettende Mutter funktioniert bei mir leider nicht, allerdings muss hier auch kurz erwähnt werden, dass ihre Filmfigur Anna über wenig Entwicklungspotential verfügt - keine Tiefe, kein Background - der Charakter bleibt flach! Die Kinder nerven wie Scheisse am Schuh und verlieren sich an dämlichen Montagen des Drehbuchs an irrationalen Szenarien, die einzig dafür konstruiert wurden, um dem Zuschauer etwas Fleisch am Knochen zu bieten und die dämlichen Balgen von einer Gefahrenquelle in die nächste zu schicken. Cardellini spielte übrigens Velma in den beiden Scooby-Doo Movies, die klassische Serie wird von der Filmtochter während des Movies im Wohnzimmer geguckt. Von dem Drehbuchteam und Neulingen Mikki Daughtry und Tobias Iaconis kommt hier schlichtweg zu wenig Twist und Kreativität. Man bleibt den Conjuring Mechanismen treu und somit fügt sich Lloronas Fluch perfekt in das Franchises ein.  Das Score von Joseph Bishara kommt leider ohne wiedererkennbare Hook aus und bildet trotz Düsternis und langen schweren Noten keinen auditiven Rahmen.

Fazit: Erneut ein eher mauer Aufguss aus der Wan Schmiede und dem Conjuring Universum. Man setzt auf Altbewährtes und macht zu wenig aus der mexikanischen Grusel Sage. Belanglos und ohne grösseren Wiedererkennungswert hat man Lloronas Fluch kurze Zeit nach der Sichtung bereits wieder vergessen. Hab mich hier einfach nur gelangweilt und mich an diversen Fehlbesetzungen gestört. Einzig die handgemachten Effekte konnten mich überzeugen. Fühlt sich alles an wie eine Schnellschuss, der jedoch Dank gigantischem Box Office wohl in eine zweite Runde geht...

4/10

Sammlung: Die BD von Warner ist optisch eine Gurke. Hat nicht mal für ein Wendecover gelangt. Bild, Ton dun deutsche Synchro, so wie die wenigen Extras mit deutschen Subs funktionieren jedoch. Ebenso die Audiodeskription in deutscher Sprache, für Blinde fand ich eine tolle Geste - Pluspunkt!!!! Von dem brauch ich jetzt kein Steelbook. 6/10


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