Freitag, 27. August 2021

Review: Der Große Kampf des Syndikats - 1979

2017 hatte ich das Vergnügen auf der Überfahrt nach Ischia einige Stunden in Neapel zu verbringen. Notiert wurde von mir ein unglaubliche rasante Taxi Fahrt, der verwegene Hafen und der berüchtigte Bahnhof. Die verruchten Bilder und die anarchistische Freiheit die dort gelebt wird, haben sich bis Heute in mir verinnerlicht. Jetzt wo sich die Topographie von I Contrabbandieri di Santa Lucia aus dem Jahre 1979 über mich ergiesst, kann ich nur sagen, dass Neapel immer noch so aussieht wie damals. Ganz nach Bud Spencer`s Motto: "Ich bin kein Italiener, ich bin Napolitaner," lebt man hier seine ganz eigens Leben, abseits Italiens. 

Vorweg sei es zu erwähnen, dass Regisseur Alfonso Brescia`s Film von dieser rauen Stadtviertel Stimmung lebt und ansonsten recht wenig zu bieten hat.  Die Geschichte in der die US Behörde den Drogenhandel aus dem Orient, über Neapel nach New York stoppen will und dabei Gianni Garko der einzig wahre Sartana nach Neapel schickt um dort den Laden aufzuräumen, ist ein einziges Flickwerk. Die Charaktere bleiben blass. Eine wirkliche Hauptfigur gibt es nicht und so gibt der Jugoslawe Garko, der sich in einem Insider Gag selbst auf die Schippe nimmt, nach einem langweiligen ersten Drittel , die Fackel an Mario Merola weiter. Dieser agiert als Zigarettenschmuggler Don und will von dem dreckigen Heroin nichts wissen und legt sich gleichzeitig mit dem New Yorker Syndikat an. Auch hier herrscht Langeweile und somit geniesse ich die unterprivilegierte urbane Grundstimmung des Films und warte auf die Action. 

Kurz noch was zur Action: Hatte Regisseur Alfonso Brescia noch zu Beginn seines Filmes stinkfrech Bilder aus dem 1972er Opium Connection verwendet, rippt er später einen Fiat Werbeclip als Verfolgungsjagd in seinen Film, bevor er dann zu einem Tiefschlag ausholt und fast die ganze Schlussszene der Action von Opium Connection verwendet.

Gut finde ich dass nicht, aber anscheinend ist Brescia hemmungslos und soll in Absprache und Zusage des Opium Regisseurs Ferdinando Baldi abgesegnet gewesen sein. Wer sich jetzt so wie ich an dem tollen Score von Carlo Rustichelli erfreut, wird auch hier enttäuscht. Dies stammt aus dem 1973 Werk - Gang War in Milan - somit schmückt man sich mit fremden Federn. Dafür gibt es eine überlange Tanzeinlage mit nerviger Mucke, die lediglich als hässliches Füllmaterial taugt. 

Der Große Kampf des Syndikats, ist eine Teller Geschnetzeltes, ohne eigene Ideen, dass sich wie ein Schleier über das Gesamtwerk legt und trotzdem muss ich eingestehen, dass ich den Poliziesco besser finde, als The Opium Connection. 

5/10

ofdb


Sammlung: Das MB von Cineploit mit kleinem Poster. Qualität und HD Master bin ich zufrieden. So macht eine Vö Spass. Starker Text von Udo Rotenberg, der in deutsch und englisch vorliegt. 

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News KW 42 - 2021

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