Dienstag, 16. November 2021

Bücher: Charles Platt - Sweet Evil

 

Burt trifft auf seinem Road Trip nach Vegas die kriminelle und sadistische Suzanne. Der Magie ihrer Schönheit erlegen, lässt er sich von ihr in einen Strudel aus Mord, Folter und Sex hineinsaugen. Nach und nach dreht sich jedoch dass Blatt und Burt übernimmt das Steuer des mörderischen Road Trips, indem er tiefer und tiefer in Suzannes Psyche eindringt und dabei jegliche Verantwortung seiner kommenden kriminellen Taten ausblendet... 

Lechzend nach dem Freiheitsgefühl der späten 60er und von den Manson Morden inspiriert, besitzt die Geschichte durchaus seine Momente. Gerade dann wenn es das Lebensgefühl der damaligen Zeit auffängt und mit einer Leichtigkeit die Taten des Killerpärchen beschreibt, läuft der Roman zur Hochform auf. Allerdings sollte man hier keine bizarren und ausufernde Morde erwarten, hier bleibt alles im Rahmen eines Thrillers.

Für mich gibt es hier jedoch viel zu viel Füllmaterial in Form von endlosen Ständern und Fickereien. Denn wenn nicht gerade in der Psyche der beiden Hauptcharaktere gewühlt wird die sich in selbsterklärenden überlangen Dialogen äussern, wird halt lediglich mit diversen Bumsereien geprahlt. Muss ja jetzt nicht schlecht sein, denn Platt kommt ja schliesslich aus der Pornoliteratur. Jedoch verliert mich das vorwiegend als Kammerspiel geschriebene Buch, bei den Bondage Einlagen, die gerade im letzten Viertel überhand nehmen.

Der Road Trip mit seinen unsympathischen Figuren Burt und Suzanne, knockt sich zu oft in endlosen Dialogen zwischen den beiden Figuren aus. Im Endpacket sind mir die beiden Seelenkrüppel scheissegal und so tue ich mich über Strecken auch mit Sweet Evil schwer und hab mich jetzt nach dem ich bereits The Gas nicht toll fand, entschieden mich nicht weiter mit Charles Platt`s Schreibe zu beschäftigen. Da mich das ganze literarische Porno Zeuch wenig interessiert und sich halt auch viel zu schnell abnützt - alles schon gelesen. Nein stimmt so nicht, in der Bizarro und Extreme Literatur werde ich da doch hin und wieder fündig und lass mich da auch gerne positiv überraschen. Leider schafft es Sweet Evil zu keinem Zeitpunkt mich da irgendwie abzuholen. Platt selbst hat sein Buch nach Jahrzehnten neu überarbeitet, um die Geschichte an den zeitgemässen und moderaten Leser zu bringen.  

5/10


Das Buch ist verlagsvergriffen und somit behalte ich Sweet Evil jetzt Mal im Regal um das evtl. in 10 Jahren für 1000 Steine an einen weiterzuverkaufen, so wie das da draussen all die Scalper machen.




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